Donnerstag, 31. Mai 2012

Warum kann ich es nicht einsehen?

.. Wieso bin ich so unfähig, zu erkennen was ich wirklich bin? Was verschleiert meine Augen, was macht mich so blind? Stolz? Arroganz? Eine Art Mechanismus zum Schutz vor der Wahrheit?
Warum sehe ich nicht ein, was für ein Monster ich bin. Ich bettle nur um Aufmerksamkeit, um Zuneigung, mit allen Mitteln. Oder? Anscheinend. Ich weiß es nicht, ich kann nur noch vermuten. All diese Stimmen haben das was ich einmal war so zusammengedrückt, dass es nun schon in eine winzige Schatulle passt.
Wie kann ich nur geworden sein, was ich früher an anderen so sehr verabscheut habe? Wie kann all mein früheres Ich verschwunden sein? Diejenige, die ruhig und schüchtern war, jedoch immer wenn ihr erlaubt wurde zu reden, mit allen Mitteln versucht hatte, die Stimmung zu heben. Mit dem Humor ihres Vaters und der Bescheidenheit ihrer Mutter.
Diejenige, die sich immer für alle eingesetzt hat. Ihre viel zu dürren Hände zu Fäusten geballt, vor all den 'coolen' Kindern damals, das Leben jedes noch so winzigen Wesens zu verteidigen. Von Käfer über Spinne bis zu anderen Menschen. Ich habe trotz sehr kritischem, klaren Blick auf die Welt immer alles so sehr geliebt. Jeden Atemzug, jeden Tag.
Zufrieden, dankbar für alles, jede Kleinigkeit um ja jeden glücklich zu sehen, denn dann war ich es auch.
Und wo bin ich jetzt? Wohin ist das schlaksige kleine Ding mit den riesengroßen schwarzen Augen verschwunden? Das Mädchen, dass lieber von all den anderen ausgelacht und beschimpft wurde, als die Nacktschnecke in ihrer blanken Hand auszuliefern und dabei zusehen zu müssen, wie sie ihr weh tun. Die, die kleine Vögel mühsam mit der Hand aufgezogen hat. Igel durch den Winter brachte, am Boden schlief, nur um bei ihrem Hund liegen zu können..
Komm zurück, lass mich doch nicht alleine.. Ich vermisse nichts und niemanden - NIEMANDEN - so sehr wie dich..
Sag mir, wieso kann ich nicht mehr draußen im Garten mit Freunden spielen. Unseren Freunden. Die, die nur mit uns reden, der schwarze, geflügelte Löwe, der mich vor all den anderen Kindern beschützt hat, dem Greif, der mir von weit entfernten Welten erzählt hat, mich jeden Abend mit genommen hat. Warum gehöre ich nicht mehr dazu? Was ist passiert? Und wieso?
Ich bin so alleine ohne dich. Ohne euch allen.
 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Wenn du nur wüsstest..

... Wenn du nur wüsstest, wie oft ich an dich denke. Wenn du nur spüren würdest, wie sich alles in mir nach dir sehnt. Wenn du doch merken würdest, was hier mit mir passiert. Wenn du doch nur sehen könntest, wie ich jeden Abend unter den Bächen an Tränen nach Zuneigung suche. Wie ich mich alleine in den Schlaf weine, den Kopf in ein Kissen gepresst, dass schon so lange nicht mehr nach dir riecht.
Es tut mir so weh, wissen zu müssen, dass ich dich nie wieder an meiner Seite haben werde, doch ich kann das Verlangen nach dir unterdrücken, den Schmerz überspielen und andere Gründe für ihn erfinden.
Doch es ist unmöglich zu verhindern, dass es von Zeit zu Zeit mit Tumult seine Mauern niederreißt. Und mit den Mauern in meinem Herzen reißt es auch mich zu Boden. Ohne jeglicher Warnung.
Alles in mir bebt, erzittert als würde ein monströses Erdbeben in mir vonstatten gehen.
Ich winde mich, versuche mich zu befreien, los zu kommen von der fesselnden Vergangenheit. Mich unter den erdrückenden Tatsachen heraus zu winden.
Aber ich kann es nicht. Ich bin viel zu ausgehungert, viel zu leblos, ich habe nicht die Kraft dazu.
Also liege ich da und lasse mich in einer schier endlosen Zeitspanne von den unmenschlichen Emotionen niederwalzen. Meine Brust ist zugeschnürt, mein Herz schlägt so langsam.
Und du bist weg. Du wirst es auch bleiben, für immer.
Wieso? Es ist meine Schuld. Ich liebe dich zugleich widerst du mich so sehr an. Aber ich weiß nicht wieso, ich kann nur feststellen, dass wir nie mehr vereint sein werden.
Und ich werde mich nie vor mir retten können.
                          

Dienstag, 29. Mai 2012

Du willst wissen, wie ich mich fühle?

Wie ein Stück Dreck, nein, schlechter als das. Ein Stück Dreck wird niemals auch nur die minimalsten Gewichtsprobleme haben können! Es wird nicht auf seine viel zu fetten Oberschenkel angesprochen, darauf, dass seine Arme schlaff hängen und seine Beine so grazil wie ein Haufen Scheiße sind. Nein, all diese Probleme wird ein verdammtes Stück Dreck nie haben. Es ist mir um Längen voraus.
Denn ich habe diese Probleme. Ich habe, Gott weiß wieso, innerhalb von kürzester Zeit nahezu, für meine Verhältnisse, unfassbare Massen an Fett zugelegt.
Was früher sogar annehmbar war, ist jetzt so abstoßend wie nie zuvor. Und es wird immer schlimmer. Tag für Tag. Es ist unmöglich für mich zu entrinnen.
Ich hungere, ich laufe, ich weine. Ich versuche alles, wirklich alles. Und so einfach es vor Monaten noch war, den angefressenen Winterspeck wieder los zu werden, so unmöglich ist es, nun auch nur ein Gramm wegzubekommen.
Ich bin am Rande der Verzweiflung. Ich hasse. Hasse mich, alles an mir.
Warum komme ich nicht weiter, wieso schaffe ich es einfach nicht aus diesem elenden Loch hinaus?
WIESO SCHAFFE ICH ES NICHT?

Freitag, 25. Mai 2012

Hier ist kein Platz für mich..

.. Ich verletze und ruiniere alles. Ich kann nicht mehr klar denken, weil der Hunger meinen Kopf so schwer macht, meine Gedanken vernebelt und meinen Körper wie Blei an mir hängen lässt. Meine Eltern weinen nur noch, mein kleiner Bruder hat Angst, alleine zu mir zu gehen. Jede Situation eskaliert, an allem scheitere ich.
Ich fühle mich so schwach und nutzlos, so allein, so tot.
Die einzige für mich klar zu erkennende Tatsache ist, dass alles zertrümmert ist. Der liebenswerte Mensch, der ich einmal war, das Leben auf das ich so stolz gewesen bin und meine, von früher noch mit Blümchen und Glitzerbildern ausgeschmückte, Zukunft.
Ich denke mir Tag für Tag, ich wäre an dem Punkt angekommen, dessen Tiefgang man nicht mehr untergraben könne, aber ich werde jeden Morgen aufs Neue überrascht.
Als würde sich jede Nacht eine Art 'Zahnfee' ihren Spaß mit mir überlegen und mir ein paar grausame Unterhaltungen für den grauenden Tag unters Kopfkissen legen.

Aber was soll ich tun? Ich weiß, mein Hungern ist ein Auslöser, aber nicht der einzige. Auch als ich regelmäßig gegessen habe, bin ich in Verzweiflung versunken. Und einfach wieder weiter fressen? Niemals. Ich kann in diesem Körper nicht leben. Es ist einer meiner allerletzten Auswege aus diesem Albtraum, mit Perfektion zu entfliehen oder wenigstens einen Schritt weiter an ein halbwegs normales Leben heran zu kommen.

Langsam wird es Zeit..

Ich spüre wie meine Kraft dahin schwindet, mein Körper immer leerer wird und mein Herz seine letzten, trägen Schläge tut. Alles ist so schwer, alles fühlt sich falsch an. Ich schleppe mich nur noch von einem Platz zum anderen. Ohne Ruhe, ohne jeglicher Orientierung. Sinn - das ist was mir so fehlt. Was ist der Grund? Warum fühle ich wie ich fühle? Die Dunkelheit schlingt sich immer mir um mich, drückt mir das Blut ab. Aber ich ringe weiter um Atem, um Leben. Doch wofür?
An meiner Brust blinkt ein Lämpchen, wie an der Tankanzeige eines Autos. Sie zeigt mir, wie kurz es nur noch ist, dass es sowieso bald aus ist.
Ich werde nicht rechtzeitig jemanden finden, der mich wieder mit Liebe oder wenigstens Kraft füllt. Ich werde am Weg verloren gehen. Am Straßenrad meiner Durststrecke stehen bleiben. Für immer.
Momentan rolle ich nur noch langsam voran, es kann sich nur noch um so kurze Zeit handeln, bis ich endgültig stehe. Und dann?
Dann werde ich nicht verweilen. Keinesfalls.
Ich werde den mickrigen Rest an Willensstärke zusammenkratzen und es beenden.
Denn in dieser Einöde werde ich nicht mein Leben verbringen. Und dass jemand vorbei kommt, in meinem Labyrinth der Einsamkeit, ist schier unmöglich.
                                  

Montag, 21. Mai 2012

Ich muss aber kann nicht weiter gehen..

.. Ich zerberste an allem. Breche an jeder noch so minimalen, simplen Aufgabe entzwei. Warum wundert es euch, dass ihr eure Hände an mir aufschneidet? Ich bestehe nur noch aus einem Haufen Scherben, tausende Teile einer glücklichen Vergangenheit. Zerrissen und in neuer Konstellation ein Ebenbild des Hasses und der Angst.
Etwas derartiges kann man auch mit größter Anstrengung nicht wieder heilen. Irrelevant wie lange und liebevoll du dich um mich kümmerst, mich wiegst, es wird nie werden wie es war. Nicht einmal annähernd.
Das Einzige, das mir noch nahe ist, sind dutzende pechschwarze Schatten. Sie leben in der Reflektion meiner Bruchstücke, trinken daraus das Licht, das sich spiegelt und mit ihm auch meine Kraft.
Sie feiern mit meiner Energie berauschende Feste und ich liege regungslos, überall verteilt, am Boden und sehe ihnen zu.
Solange bis all das Licht verbraucht ist, bis sie mich völlig leer gesaugt haben und ich meine Augen nicht mehr offen halten kann. Ihre Fratzen verschwimmen, ich höre nur noch ein fernes Rauschen. Irgendwann verschwindet alles, es ist völlig ruhig. Ich gehe und sie gehen auch.
Auf der Suche nach dem nächsten Gefallenen, in dem sie nisten können.
                                           

Sonntag, 20. Mai 2012

Unglaublich wie alltäglich es inzwischen geworden ist..

.. 'Ich will sterben.', 'Ich werde mir etwas antun.', 'Lieber sterben als derart weiter zu leben.'.
Dieser Kreislauf an Gedanken ist im Moment schon unspektakulärer geworden, als die Frage an mich selbst, was es heute zu essen geben wird.
Es regiert in letzter Zeit ein Gefühl der Taubheit über allem, unterdrückt meist sogar den Schmerz, was jedoch nichts Positives ist, es drängt mich noch mehr in die Enge, schnürt mir die Luft ab. Ich habe zwar angeblich einen Weg hier hinaus, doch eigentlich ist er das nicht.
Vielleicht bin ich eine neue Spezies, eine Unterart meinesgleichen, die einfach schon so verkommen und überzüchtet ist, dass sie keine höhere Lebensdauer mehr hat, dass sie in meinem Alter eingeht.
Vielleicht sollte ich keine Angst mehr davor haben, dass es nicht in Ordnung ist, zu sterben, weil es doch unter meinen Umständen normal ist. Mir erlaubt ist.
                        

Ich hasse Mathematik.

.. Ich schlage mich schon so lange mit diesem trägen, in einer Kunst und Mediendesign Schule vollkommen unnützen, Unsinn umher. Es findet einfach keinen Weg in meine Kopf und treibt mich an den Rand der Verzweiflung! Wo ist darin die Logik, eine Zahl, die es nicht gibt, einfach um zu benennen, damit es sie gibt, um dann Ergebnisse zu bekommen, die eigentlich nicht existieren? Mother of god..

Donnerstag, 17. Mai 2012

Ich wandle einfach nur noch herum..

.. Von hier nach dort. Bleibe stehen, sehe mich um, gehe weiter, drehe wieder um. Gehe zurück, biege ab, drehe mich im Kreis. Ich habe schon vor so viel Zeit die Orientierung verloren, wie soll ich wieder zurück finden? Wie soll ich weiter gehen? Meine Schuhe sind schon vor unzähligen Schritten entzwei gegangen und nun sind meine Füße offen und bluten. Ich fühle mich so rastlos, so allein und leer.
Bitte nimm mich an der Hand, streich mir das zerzauste Haar hinters Ohr und führe mich weg. Du musst mich doch nicht einmal tragen, ich schaffe es noch irgendwie, selbst zu gehen. Doch bitte zeig mir die Richtung, beweise mir, dass ich nicht alleine bin.
Setz dich zwischen durch mit mir nieder, auf den staubigen grauen Boden, und sieh mit mir in den Himmel. Lass dir von mir all die Geschichten erzählen, die schon zu lange nicht mehr erzählt wurden. Die Geschichten, in denen wunderschöne Prinzessinnen die ganze Nacht durch tanzen, missverstandene Stiefschwestern nach Rache dursten und wackere, edle Prinzen sich mit Drachen messen.
Hör mir zu, zeig mir, dass es dich interessiert. Lass mich damit erkennen, dass ich nicht umsonst hier bin. Schenke mir mit einem Lächeln, einem freundlichen Blick ein Gefühl der Zugehörigkeit, lass damit wieder ein wenig Leben in meiner Brust sprießen.
Ich habe schon viel zu lange auf dich gewartet, ich flehe dich an, spann mich nicht mehr auf die Folter, lass mich nicht mehr hier verkommen.
Komm und führe mich aus diesem Labyrinth meiner selbst.

                      

Montag, 14. Mai 2012

Dieses unaufhaltsame Wirrwar in meinem Kopf!

.. Ich halte es einfach nicht aus! Als ich vorhin aufgestanden bin, hatte ich eine vollkommene Blockade in die Schule zu gehen, ich habe so lange mit mir selbst gerungen um dann im Endeffekt aufgeben zu müssen. Und jetzt? Jetzt wo ich ich mich dazu entschieden habe, hier zu bleiben, weil es anders nicht funktioniert, habe ich ein so schlechtes Gewissen, dass ich kurz davor stehe, mich einfach fertig zu machen und in die Schule zu fahren. Und dann? Keine Ahnung, vielleicht bringe ich mich dort ja um, vielleicht ist alles wie immer, vielleicht der beste Tag meines Lebens. Oder ich töte mich hier, schneide mich von Kopf bis Fuß auf, verfalle in Selbsthass, vollkommene Verzweiflung und dränge mich damit an den Rand des Wahnsinns.
Ich habe keine Ahnung wie ich weiter machen soll. Ich bin wirklich unfähig geworden, zu leben. Ich hasse mich dafür und ich weiß nicht weshalb eigentlich genau..
Gott, wie soll ich etwas bezwingen, das ich nicht kenne, von dem ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, was es eigentlich ist?
Da kann ich doch nur aufgeben verdammt..

Hallo mein kleines Antidepressivum..

.. Nachdem ich mich heute für die ersten zwei Stunden in die Schule geschleppt habe um eine Deutsch Schularbeit nachzuholen, bin ich wieder heim um von dort aus zum Arzt zu fahren, da gestern Nacht, nachdem mein Zustand wirklich nicht mehr auszuhalten war und mir medikamentöse Hilfe verschreiben zu lassen. Als er mich dann, nach fast zwei (!) Stunden öder Wartezeit, fragte was denn genau mein Problem wäre stutze ich zuerst. - Mein lieber Herr, haben sie mich gerade dazu aufgefordert 'schnell mal' meine Leiden zu erläutern? Die Qualen, die ich seit Jahren mit mir umher schleppe, wie einen elendig schweren Rucksack geschultert habe? Die, die mich so kaputt machen, nahezu um den Verstand bringen, dass ich fast immer kurz an der Schwelle zum Suizid stehe? Dinge, welche ich nicht einmal mir selbst erklären, geschweige denn in Jahrelangen Therapien definieren konnte? - Gut, ich habe einfach zwei Sätze mit den Wörtern vollgeladen, die ich in meinen Sitzungen am öftesten gesagt hatte. Nach einigen unglaublich bereichernden, mir völlig neuen Weisheiten seiner seits wurde mir ein Mittel verschrieben.
Und hey - was lese ich, als ich grade eben die Packung geöffnet und den Beipackzettel entfaltet habe?

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Seroxat ist erforderlich, überprüfen Sie daher folgendes mit ihrem Arzt
Punkt 12: - Sind sie unter 18 Jahren alt (siehe Abschnitt "Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren" in dieser Packungsbeilage)?

- Na gut, schauen wir uns das doch einmal an -


Seroxat sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden


- Komisch, wieso genau wird es mir dann verschrieben? -


Zudem sollten Sie wissen, dass Patienten unter 18 Jahren bei Einnahme von Seroxat ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Versuche, sich das Leben zu nehmen, Gedanken, sich das Leben zu nehmen, und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) aufweisen. Wenn ihr Arzt Ihnen (oder Ihrem Kind) Seroxat verschrieben hat und Sie darüber sprechen möchten, wenden Sie sich erneut an Ihren Arzt. Bla, Bla, Bla,.. Darüber hinaus sind langfristige sicherheitsrelevante Auswirkungen von Seroxat in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung in dieser Altersgruppe noch nicht nachgewiesen worden.


- Aber das wird alles ja noch übertroffen! -


In Studien mit Seroxat bei unter 18 Jährigen waren folgende Nebenwirkungen häufig (weniger als 1 von 10 betroffenen Kindern und Jugendlichen):

Vermehrtest Auftreten von Gedanken, sich das Leben zu nehmen und Versuche, sich das Leben zu nehmen, beabsichtigte Selbstverletzung, Feindseligkeit, Aggressivität oder Unfreundlichkeit, Appetitverlust, Zittern, ungewöhnliches Schwitzen, Hyperaktivität, Unruhen, wechselhafte Gefühle (einschließlich Weinen und Stimmungsschwankungen) und ungewöhnliche blaue Flecken und Blutungen (wie Nasenbluten). Bla, Bla, Bla,..

- Und wofür wird mir das hier bitte verschrieben, wenn ich im Endeffekt vielleicht nur noch heftigere Beschwerden habe? Ach ihr könnt mich mich mal.. -

Sonntag, 13. Mai 2012

"Mit dir kann man ja nicht einmal darüber reden!"

.. Worüber verdammt nochmal? Was soll ich sagen? "Wir müssen Lösungen finden!" - ach ja? Lösungen? So in der Art - Ich lauf jetzt zwei Runden ums Haus, atme tief durch und plötzlich kann ich in die Schule gehen? ES GIBT KEINE BESCHISSENE LÖSUNG! ES IST EIN DING DER VERDAMMTEN UNMÖGLICHKEIT!
Ich muss in die Schule gehen. Das ist eine Tatsache. Ich könnte abbrechen, natürlich. Aber das erlaube ich mir nicht, das steht für mit nicht infrage. Vor allem was dann? Dann muss ich mir eine Lehre suchen. Und? Berufsschule. Ein Job? Morgens aufstehen, arbeiten.
Daraus besteht unser Leben! Leistungen erbringen, Tag für Tag. Funktionieren.
Und ich bin kaputt. Oder was weiß ich. Das Einzige, das ich deuten kann, ist das sich in mir Massen an Emotion aufstauen, an Angst, Hass Verzweiflung. Beklemmung, WAS WEISS ICH! Die ich nicht aushalte! Ich - kann - ihnen - nicht - standhalten! Und was mach ich dagegen? Ich hab keine verschissene Ahnung! Nicht den blassesten Schimmer, den Hauch einer Ahnung! Ich kann nicht weiter machen! Ich kann nicht existieren! Alles gerät aus den Fugen, alles dreht sich, kommt auf mich zu. Ich bekomme keine Luft mehr, keuche, hechle nach Energie, die ich aber unmöglich erhalten kann. Ich weiß keinen Ausweg, verdammt. Ich habe panische Angst. Ich habe so Angst, dass sich nie etwas ändern wird. Das hier bin ich, das ist mein Leben. Und egal wie viel ich in den ganzen vergangenen Jahren daran herumgeschissen habe, NICHTS hat sich verändert! Alles wurde so viel schlimmer, alles hat mich nur noch näher an den endgültigen Abgrund geschoben.
Und jetzt? Jetzt soll ich so leben? Nein.. Ich kann so nicht existieren, das ist unmenschlich, das ist einfach nicht auszuhalten. Bei all dem Willen, all der Kraft die sich anfangs in mir befand.. Jetzt ist es aus, jetzt ist es vorbei.. Ich kann nicht mehr zurück und ich kann mit Schritten nach vor auch nichts mehr ins Positive wenden. Wenn ich an einer Klippe stehe, kann ich nicht einfach nach vorne gehen.
Aber ich werde es tun, denn nach Hinten gibt es kein Entfliehen.
Sag mir, warum soll ich etwas tun - nicht nur manchmal, nein, immer. Jede Sekunde meines ganzen, verdammten Lebens lang - das ich nicht verstehe. Nicht begreifen kann, keinen Sinn dahinter sehe.
Ich hungere, ich hasse, ich liebe, ich kämpfe, ich schneide, ich esse, ich lerne, ich lache und weine aber alles bleibt beim Alten. Was soll ich noch tun?
Ist es weil ich so jung bin? Gott, glaube mir, ich bin geistig gewiss nicht jung oder gar unreif. Also bitte, bitte sagt nicht wieder es sei nur eine Phase! oder ach, die Pubertät.. und schon gar nicht mit Mädchen, das hier macht doch JEDER einmal durch!
Das ist nicht möglich. Es ist ausgeschlossen. Und behauptet nicht, ich lasse mir nicht helfen, denn ihr wisst so gut, dass ich alles getan habe, das in meiner Macht stand und allem gehorcht habe, dass ihr vorgeschlagen habt, jedem Tipp gefolgt, jeden Ratschlag versucht habe. Mehr als nur ein mal. Ich habe gekämpft, geblutet.
Also verdammt nochmal - es gibt keinen Ausweg aus diesem Gefängnis, aber es gibt ein Ende und das, ich bitte euch, vergönnt mir doch endlich.

Als hätten sie seit Wochen nichts mehr zwischen die Zähne bekommen..

.. stürzen sie sich auf eine Arbeit von über sieben Stunde. Geifer trieft aus ihren Lefzen, ihre Gierigen blicke zucken hektisch umher. Sie reißen Stücke hinaus, ohne jeglicher Rücksicht. Lecken über Gegenstände, die auch noch weiter verwendet werden sollten. Wenn ich neben ihnen sitzen muss dreht sich mein Magen um, eine so unglaubliche Wut, ein Hass, ballt sich in mir zusammen, dass es mir unmöglich ist, mich weiter in ihrer Nähe aufzuhalten ohne vollkommen aus der Haut zu fahren.
Das hier bestätigt nur um ein weiteres Mal, die Sache durch zu ziehen. Ich will nicht so werden wie sie, weder so abstoßend, noch meine Manieren so vergessen.
Ihr seid ekelhaft, schämt euch.

Samstag, 12. Mai 2012

Ich bin mein größter Feind.

Es wird immer schlimmer. Ich nehme zu und zu, esse und esse. Es ist Zeit, die Bremse auf diesem Weg der radikalen Selbstzerstörung zu ziehen (ich weiß, es klingt wohl makaber aus dem Mund eines Menschen der SVV nahezu zu seinen Sportarten zählt).
Ich darf es nicht immer hinausschieben, darf es nicht weiter auf meine momentanen Depressionen schieben - es ist genug! Vor allem an Fett ist genug vorhanden. Ab heute wird, das schwöre ich mir, mein Körper sein blaues Wunder erleben. Ich starte ab morgen wieder die ABC-Diät - und diesmal werde ich sie durchstehen. Alle 50 Tage.
Das hier ist nicht nur ein weiterer Versucht, dem Traum des Schwerelosen näher zu kommen, ich brauche es, um mir selbst beweisen zu können, dass ich etwas wert bin, etwas schaffen kann.
Ich brauche einfach endlich ein  Erfolgserlebnis. Vor allem endlich eines, das nicht auf anderen aufbaut, von ihnen manipuliert und ruiniert wird.
Jeder Tag wird dokumentiert, immerhin sollt ihr auch etwas davon haben.

Ausgelaugt, absolut kraftlos..

.. Momentan frage ich mich wieder, wieso ich all das hier wirklich so verbissen und wacker durchziehe. Gestern habe ich mich endlich dazu aufgerafft, in die Schule zu gehen, obwohl ich eigentlich nicht stabil genug dafür war. Wir hatten erst um 9 Uhr Schule und trafen uns am Donaukanal, um Skizzen der umliegenden Architektur und Landschaft(dieser Ausdruck im Zusammenhang mit Wien? Ha!) anzufertigen. Es war wahnsinnig heiß bei uns, und das sogar schon in so früher Stunde! Wir teilten uns im Areal nahe Flex auf, ich saß im Schatten einer Brücke, welcher aber leider nicht lange anhielt. Mit der Zeit wanderte er immer weiter von mir weg und ich musste in der elend brütenden Sonne sitzen. Zu allem Überfluss hatte ich auch noch eine schwarze Weste an, die ich aufgrund der neuen Verletzungen natürlich nicht ablegen konnte. Mein Kreislauf war am Ende, ich hatte nichts zu trinken und keine Möglichkeit, mich umzusetzen, da ich mein Objekt ja immer aus derselben Perspektive darstellen musste. Durch die Hitze fing dann auch noch mein Make-up an zu glänzen und ich hatte nichts mit, um es auszubessern.
Trotzdem biss ich die Zähne alle fünf Stunden zusammen und gab mein Bestes, sodass ich im Endeffekt sogar teils mit dem Ergebnis meiner Arbeit zufrieden war. Ich wurde sogar wahnsinnig oft dafür gelobt, was meine düstere Laune etwas anheben konnte.
Wir bekamen als Belohnung etwas mehr Zeit um zurück zur Schule zu fahren und ich entschloss mich, zusammen mit einigen anderen noch etwas trinken zu gehen, da eines meiner Lieblingslokale am Weg lag. Als ich mich jedoch dort mein Spiegelbild sah, war es zu viel. Ich trennte mich danach sofort von den anderen und fuhr auf schnellstem Weg nach Hause. Ich war im Nachhinein mehr als froh über meine Entscheidung, da ich erst auf der letzten Strecke meines Heimwegs feststellen konnte, dass ich meine Arbeit samt aller anderen, an diesem Tag entstanden, Skizzen im Lokal liegengelassen hatte. Im selben Moment rissen mich Dunkelheit, Hass und die unsäglichen Magenkrämpfe wieder in meine tiefe, einsame, kalte Kammer zurück.
Nachdem ich jedoch danach so schnell wie möglich mit einer alten, sehr guten Freundin ausgemacht hatte, heute - Samstag - etwas zu unternehmen, erhoffte ich mir, dadurch vielleicht wieder etwas mehr zu fühlen. Nach zu vielen stressvollen, hungrigen Stunden als Vorbereitung auf das Event heute Abend wurde ich aber wieder versetzt.
Ich weiß nicht ob mich dort oben jemand provozieren will - was möchtest du eigentlich von mir sehen?! Meine Tränen? Hast du oft genug! Blut? Genauso! Vollkommene Verzweiflung? Beklemmung? Einsamkeit? Gleichgültigkeit? Frust? Angst? Aber hallo, jetzt versuch nicht, mir zu erklären, auch nur irgendetwas davon nicht zig Male beobachtet zu haben!
Alter, leck mich..

Donnerstag, 10. Mai 2012

Derartig beklemmend und ausweglos war es noch nie..

.. Ich bin unfähig, etwas zu tun, zu unternehmen. Ich kann weder schlafen, noch zur Schule gehen, noch zuhause arbeiten. Ich kann nicht essen, ich kann nicht klar denken. Es fühlt sich an, als wäre ich in eine Kiste gezwängt worden, so eng, dass es mir unmöglich ist, mich zu bewegen. Der Sauerstoff ist fast gar nicht vorhanden, geht aber auch nicht zu Ende. Ich hänge in einem ohnmachtsnahem  Moment der absoluten Regungslosigkeit. Bei Gott, ich würde alles tun, um mich hier hinaus zu schaffen. Ich habe mich so lange dazu gezwungen, Leistungen zu erbringen - es hat nicht funktioniert. Ich habe mir Ruhe gegönnt - keine Besserung in Sicht. Jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich mir wirklich nur noch die Erlösung wünsche. Ich bete nahezu um den Tod, das Ende und das, obwohl gerade ich ein Mensch bin, der normalerweise IMMER unaufhörlich nach Auswegen sucht, aber es ist eine so unmenschliche Qual, dass ich ihr nur noch erliegen kann.
Ich befürchte wirklich, dass ich demnächst das letzte Bisschen Widerstand in mir herunterfahren werde und mich endgültig dem Untergang hingeben.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Aufgedunsen und allein..

.. sind die einzigen realisierbaren Eigenschaften an mir. Ich war heute zuhause weil ich gestern Nacht vollkommen der Erschöpfung erlag. Die Einsamkeit und mein schlechtes Gewissen bringen mich um den Verstand. Ich sollte morgen wieder in die Schule gehen, ich denke, ich würde es unter Umstanden auch schaffen und vielleicht mein Messer nicht mit mir nehmen, aber kann es nicht. Oder doch? Nein. Ich weiß es nicht.. Ich weiß nichts.. Garnichts mehr. Ich kann keine eigene Meinung fassen, mich auf etwas konzentrieren und nun nicht einmal mehr Sinn oder Charme in meine Texte bringen. Ich fühle mich so haltlos, drifte ohne jeglichem Fokus hin und her. Die Realität gleitet aus meinen zitternden Händen, Formen verlieren an Kontur, Farben verblassen. Ich sollte schneiden, aber ich sollte es nicht tun. Belanglos, ich kann es nicht mehr. Sogar hierfür fehlt es mir an Energie. Ich kann nur umher starren, nur wieder dem endlosen, sinnlosen Gedankenkarussel in meinem Kopf folgen. Mein Schädel hängt nur noch an meinem Hals, weil ihn meine Wirbel tragen, er baumelt einfach hin und her, hängt schief. Meine Augen sehen nichts an, sie erfassen nichts mehr. Ausdruckslos sitzen sie in den Höhlen, blinzeln ab und zu, weil das physisch nötig ist. Ob mein Herz schlägt, kann ich nicht sagen. Vielleicht. Oder auch nicht. Was wenn ich unter Umständen schon tot bin? Was wenn ich es noch nicht bin, macht es einen Unterschied? Ich weiß es nichts, ich weiß nichts. Genauso wenig, wie dieser Text mit bereichernder Poesie gefüllt ist.

Dienstag, 8. Mai 2012

Meine Scham übertrifft nahezu meinen Schmerz..

.. Wir sind ein Virus, wir sind ein Parasit. Wir haben uns an die Unschuldigsten, die Gutmütigsten gesaugt um ihnen alles zu rauben. Wer hat uns das Recht dazu gegeben? Ein von uns selbst, zur Rechtfertigung unserer Gräuel, erfundener Gott nicht? Nein, bei so etwas würde er nicht still sitzen! Hätte ich die Macht, dann würden wir ALLE - ja, ich zähle genauso dazu - längst ausradiert sein.
Ich hasse euch, ich hasse was ich bin.
Und der Mensch heißt Mensch, weil er irrt und weil er kämpft und weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt.
Ein absoluter Unsinn, wenn wir etwas lieben, dann höchstens uns selbst. Wir sind das egozentrischste Monstrum, dass ich mir vorstellen kann, wir sind die Pest! Der Satan in seiner grausamsten Gestalt! Ich ekle mich vor meiner Rasse, vor mir selbst. Wie können wir all die unfassbar herzlosen Taten rechtfertigen, die wir Tag für Tag tun, von denen wir leben.
Was tut uns so gut daran, sich am Leid anderer zu laben, Bestätigung seiner Macht immer nur in den hilflosen Augen eines um Weiten Unterlegenern zu sehen. Wieso können wir uns nicht an Dingen aufbauen, die auch andere bereichern?
Noch dazu alles an Wesen auszulassen, die uns nie etwas zuleide getan haben. Bitte, schlachtet euch gegenseitig ab, aber lasst doch andere, um so viel wundervollere, Rassen aus dem Spiel.
All diese Gier, der tiefe Hass und die Eifersucht auf alles und jeden anderen. Der Druck, auf Kosten anderer zu Übertreffen.
Ich schäme mich für das was ich bin und diese Welt ist für mich ein einziges Horrorkabinett. Aber ich werde mein Möglichstes tun, etwas zu ändern. Denn wenn jeder aus der Überzeugung, ein Einzelner könne sowieso keine Veränderung schaffen, beschließt, nur stumm zuzusehen, wird hier alles weiter in Dunkelheit stürzen.



Ich kann das alles nicht mehr..

.. Bei Gott, ich KANN ES EINFACH NICHT! Ich bin so müde, so kraftlos, so leer und ausgehungert. Alles in mir ist gefroren, die Reste meines verkümmerten Herzens brüllen nach Liebe. Diese Welt hat für mich einfach keinen Sinn. Ihr seid alle so grausam, so beschämend für mich. Ich kann nicht tolerieren, was ich bin, was für einer Gesellschaft ich angehöre. Was soll ich tun? Gute Noten haben? Brav meinen Abschluss machen, eine angesehene Stelle bekommen und dann eine Vorzeigefamilie mit perfekt erzogenen Kindern haben?
Es tut mir leid, aber das kann ich einfach nicht akzeptieren - VERDAMMT! Alles in mir tut weh, ich bin vollkommen rastlos, ich will endlich eine Pause haben! JA! Es ist mir zu viel - viel zu viel! Und ich kann nicht einfach weiter so tun, als wäre es kein großartiges Problem, als würde alles von selbst vergehen, denn das wird es nicht. Ich habe es versucht, zu oft. Ich habe mir Mal für Mal nur einen weiteren Knochen gebrochen. Und nun, nun bin ich einfach nicht mehr dazu imstande, weiter zu gehen. Oder kannst du mit einem Splitterhaufen gleichendem Körper pfeilgerade marschieren? Weißt du, das ist keine Frage der Kraft oder Willensstärke - es ist physisch gar unmöglich.
Bitte glaubt mir, ich bin nicht so faul oder so schwach - ja, ich zähle mit Sicherheit nicht zu einer der stärksten Persönlichkeiten, aber ich schwöre, ich habe mich wirklich immer bemüht. Natürlich habe ich auch oft aufgegeben, aber ist das nicht menschlich?
Nur was soll ich jetzt tun? Die Frage ist nicht, wie ich weiter machen soll. Ich kann es nicht. Im Moment auf keinen Fall. So gern ich einfach die Zähne zusammen beißen würde, ich schaffe es einfach nicht mehr. Ich habe mich früher immer darauf ausgeredet, faul zu sein, aber das hier, das kann doch nicht nur ein schlechter Charakterzug sein, oder?
Ich schaffe es nicht mehr morgens aus dem Bett zu kommen, ohne zu schneiden, ohne zu schreien, ohne zu weinen, stumm darum zu flehen, endlich erhört zu werden oder endlich die Kraft dazu zu schöpfen, etwas zu ändern.
Ich habe es doch schon so lange ausgehalten, nicht mehr zu schneiden, die Depression zu überwinden. Aber vielleicht.. Vielleicht war es kein gewonnener Kampf gegen meine Probleme, was wenn ich unter Umständen nur alles verdrängt habe. Eingesperrt. Weggeschlossen. Und jetzt bricht es hinaus und wenn ich ehrlich bin, war es klar für mich, dass es so kommen würde, auch wenn ich es mir schwer eingestehen will.
Also, wann werde ich dich bezwingen können? Wie werde ich es tun?
Ich bin es leid, Dinge wie 'Du musst einfach deinen Weg finden'; 'Du muss nur dagegen kämpfen!'; denn auch, wenn ich genauso ein Mensch bin, der nur zu gerne alles verbal ausschmückt, mit Vokalen verziert und hinter dem sanften Klang die eigentliche Aussage versteckt, ich kann damit nichts anfangen, wirklich. Auch während meines Aufhalts, wusste ich damit einfach nicht umzugehen. Was soll das heißen? Sagt mir doch, was ich tun soll - erklärt mir wenigstens, wie ich anfangen soll! Gebt mir Skills, Aufgaben, was auch immer ihr wollt, aber bitte - etwas, das KONKRETER ist!
Genau deshalb war es so schwer für mich, etwas von dort mit zu nehmen. Ich könnte es nicht einordnen, so gern ich es auch getan hätte. Ich bin so positiv auf alles eingegangen und dann..
Ach.. Wie soll ich weiter machen? Wie, verdammt.. Ich kann noch nicht einmal stehen, ich bin so kraftlos, so am Ende..
                         

Montag, 7. Mai 2012

Ich habe keine Kraft mehr..

.. weiter zu kämpfen, ich gebe auf. Ich will meine Zähne nicht mehr zusammen beißen. Warum soll ich aufhören zu schneiden, wenn es das einzige ist, dass Licht in meine Welt bringt? Ich habe mich für euch davon getrennt, nur für euch. Freiwillig habe ich nicht aufgehört - nur, weil es 'sich nicht gehört'. Weil es nicht 'normal' ist. Weil in unserer Familie nach außen ja alles 'perfekt' sein muss. Aber genau das konnte ich noch nie sein - PERFEKT! - Egal ob mein Körper, mein Gesicht, meine Arme. Dann starren mich im Sommer eben alle an, dann - ich zitiere - schrecke ich eben Leute ab.
Ihr könnt mit mir machen, was ihr wollt. Ich werde darauf nicht hören, schon gar nicht, wenn ihr es sagt, ich habe nicht einmal mehr den minimalsten, geringsten Bezug zu euch.
Ihr seid nicht meine Eltern, ihr seit Monster, herzlose Diktatoren. Lasst eure Masken erst fallen, wenn ihr mit mir allein sein. Erbringt eurer Meinung nach die besten Leistungen, niemand könne euch das Wasser reichen, in dem was ihr tut. Ich sollte mich dafür glücklich schätzen, so unglaublich tolle Eltern zu haben. Du solltest einmal eine andere Familie erleben! Gerne, damit habe ich kein Problem, wirklich. Bitte, lasst mich nur in Ruhe, das ist meine einzige Bitte. Du bist so undankbar! Was bildest du dir ein, bist du?! Wie erlaubst du dir, mit uns zu reden?! -Es tut mir Leid, ich versuche nur, ehrlich zu sein. Das ist etwas, das ihr noch von mir lernen könnt.
Dann fängt meine Mutter wieder an zu weinen, wie immer. Ich werde angeschrien. Ich bin schlecht. Ich sollte einmal richtige Probleme haben.
Macht was ihr wollt, aber lasst mich doch alleine! Warum kommt ihr dann hysterisch angerannt, wenn euch jemand sagt, dass ihr mit mir ins Krankenhaus fahren müsst, weil ich zu tief geschnitten habe - warum lasst ihr mich überall im Stich, spielt euch dann aber hier auf?
Ich verabscheue euch wirklich. So sehr..

Sonntag, 6. Mai 2012

Ich rutsche wieder hinein..

.. Heute konnte ich meine einzige Mahlzeit wieder nicht halten. Morgens war mein Bauch endlich flacher, aber nach den ersten Bissen hat er sich so sehr gewölbt, höllisch geschmerzt, als würde mein Körper mir damit sagen wollen, 'Siehst du? Das hast du davon! Hör auf zu essen, fette Kuh!'. Ich kämpfe sehr mit mir selbst, vor allem, nachdem mir meine Eltern angeboten haben, wieder nach Tulln zu gehen, aber lieber würde ich verrecken, als die Visagen der Therapeuten wieder sehen zu müssen. Es liegt an mir, all das zu überstehen. Schaffe ich es nicht, hätte es niemand geschafft.
Heute ist es wunderschön draußen.
Und ich muss mit einem Pullover hinaus. Nach kürzester Zeit würde mir schwarz vor Augen. Ich halte die Hitze einfach nicht aus. Jetzt sitze ich im kühlen, dunklen Haus. Allein.
Die Wunde, aus der ich mir die Nähte gerissen habe, hat sich entzündet, mein ganzer Arm ist angeschwollen und schmerzt bei jeder Berührung wie die Hölle. Aber ich vertraue meinem Körper. Irgendwie biegt er das schon wieder gerade. Glaube ich..

Freitag, 4. Mai 2012

Warum kann ich nicht so sein wie ihr?

... Oder seid ihr wie ich? Das kann doch nicht möglich sein, nie würde eine Rasse bestehen können, deren Seelen derart gebrochen sind, so verletzlich und ängstlich. Das hier ist einfach nicht der Ort an den ich gehöre, der Platz an dem ich friedvoll existieren kann. Alles ist so schwer für mich, alles tut mir so weh. Ich fühle mich so hilflos, als wäre ich für vogelfrei erklärt worden und hinter mir strömten Massen an blutdurstigen Mördern her.
Ich habe die letzten Jahre ununterbrochen für einen Platz in dieser Welt gekämpft, verbissen, blut- und tränenverschmiert habe ich mir mit meinen Ellenbogen einen Weg durch die Dornen geschlagen. Doch nun merke ich, dass der ganze Pfad nur eine Illusion war, eine grausame Täuschung. Ich bin die ganze Zeit über nur im Kreis geirrt.
Und jetzt bin ich ein Mal mehr an dem Punkt angekommen, an dem ich einfach keinen Ausweg finden kann. Die letzten Male bin ich einfach wieder zurückgegangen, um dann irgendwann, nach einer langen Zeit voll Trug, wieder hier zu stehen. Doch diesmal muss ich mir eingestehen, dass ich mich nicht noch einmal belügen kann. Ich muss endlich all das Leid beenden.
Ich muss ein Ende für diese melodramatische Seifenoper voll Selbstmitleid finden.


Donnerstag, 3. Mai 2012

Es war doch kein guter Tag..





.. Meine Befürchtungen haben sich um ein weiteres Mal als gerechtfertigt bewiesen. All der Druck, der sich durch die vielen Probleme, Abweisungen und Schulstress aufgetürmt hat, ist heute plötzlich durch sein steinernes Gefängnis gebrochen. Wie in Trance bin hab ich das Messer eingesteckt und mich in der Toilette eingeschlossen. Ich habe lange gebraucht, um zu realisieren, was ich eigentlich vor habe. Erst ein feiner Ritzer. Blut. Die Klinge ist wirklich so scharf. Dann noch einer - fester. Rot quillt es aus meinem Handgelenk. Ich starre hindurch, drücke Taschentücher darauf, sehe zu wie sie sich an dem purpurnen Fluss laben. Warte wieder darauf, dass es dunkel aus dem Loch quillt, um dann wieder Tücher darauf zu pressen. Mein Atem geht schneller. Ich hebe das Messer. - es ist so scharf - Führe es an meinen Arm. - so scharf - Presse es gegen meine Haut. - ich habe die Kontrolle - Halte inne, hebe es wieder hoch und hole noch einmal Luft. - gib mir Freiheit - Ich drücke die Spitze in meinen Arm. - lass mich sterben - Schiebe mit meiner ganzen Kraft die Klinge durch mein Fleisch. - um dann wieder aufzuerstehen zu lassen - Ich spüre wie ich langsam Faser für Faser durchtrenne. - blühend, voll von neuem Leben - Ich öffne meine Augen und blicke auf mein Werk.
Wie ein ekelhaftes Maul klafft mir ein monströses Loch entgegen. Gewebe quillt heraus. Glotzt mich an wie ein fremdartiges Wesen. Alles dreht sich. Auf einmal laufen rote Bäche an meiner Hand herab, tropfen auf den Boden.
Ich taumle los. - ES WAR ZU VIEL! - Mir wird übel. - DAS WOLLTE ICH NICHT! - Ich reiße die Tür zu meiner Klasse auf und stottere mit gebrochener Stimme 'Nathalie, bitte komm..' Sie sieht mich mit weit aufgerissenen Augen an. Ich sehe das blanke Entsetzen über ihr Gesicht huschen. - tropf, tropf -
Der Boden unter mir trägt meinen roten Namen.

Im Endeffekt habe ich wieder alle enttäuscht, habe all meine Vorsätze gebrochen, werde nun lang genug von den abfälligen Blicken meiner Klassenkameraden verfolgt, bin wieder am Anfang angekommen.

Ich musste ins Krankenhaus nähen fahren. Es war ein Albtraum, meine Wunden derartig offen, vor so vielen Fremden, zu zeigen. Nun kann ich wieder mit Verband herumgehen. Wenn schon, dann hätte ich meine Wunde so gern von selbst verheilen gelassen. Ich fühle so ein unglaubliches Verlangen danach, mir alle Nähte aus dem Fleisch zu reißen. Ich will die Narbe - etwas das mich verdammt nochmal an meine Dummheit erinnert! - endlich einen Weg, der mich abhält!

Obwohl ich selbst weiß, dass dies hier nur wieder meinen unstillbaren Durst nach Blut entfacht hat. Meinem Blut..



Mittwoch, 2. Mai 2012

Wo bist du?

... Das Feuer in meiner Seele brennt weiter, obwohl in mir schon alles einem schwarzen, tiefen Schlund gleicht. Es findet wieder und wieder etwas, an dem es seine Flammen lecken lassen kann.
Es fällt mir immer schwerer, einen Grund zu finden, hier zu bleiben. Ich merke jeden Tag, dass dies einfach nicht meine Welt ist. Ich bekomme es als Tonnen schweren Betonklotz zu spüren, der mir von irgendwo oben auf die Schulter geworfen wird - ohne jeglicher Vorwarnung - ich sacke jedes Mal unter dem monströsen Gewicht zusammen, ruiniere mir um ein Weiteres meine dünnen, spröden Knochen.
Jeder Blick in den Spiegel, die Reflextion einer Scheibe oder einsame Pfützen auf meinem Weg lassen mich zusammen zucken, mein Herz verkrampfen.
Es fällt mir immer schwerer, die Gestalt, die mir entgegen blickt, zu akzeptieren. Die kalten Augen, hinunter hängenden Mundwinkel, das abgebissene Haar. Vor allem nachdem mir nun Mal über Mal indirekt, jedoch nicht misszuverstehen, klar gemacht wurde, dass ich unmöglich zu lieben bin.
Ich versuche wirklich, das schwöre ich bei allem, mich zu bemühen, alles nach euren Wünschen auszurichten, meine ganze Person umzukrempeln, doch das reicht anscheinend noch immer nicht.
Ich will doch einfach nur einmal gezeigt bekommen, dass ich hier willkommen bin, nicht durch leere Worte - durch liebevolle Gestik, fürsorgliche Berührung und sanft Blicke.
Ich möchte doch nur geliebt werden. Nicht genau von dir, es ist mir egal, ich will nur geliebt werden.


Ich sitze da..

.. und starre auf die perfekt schimmernde Klinge des Stanleymessers in meiner Hand. Ich wiege es wie ein Neugeborenes. Es ist mein Lieblingstyp. Schlank und orange - dasselbe, das sie mir damals nach langer Zeit in Tulln entreißen konnten und nicht mehr zurück gegeben haben. Ich habe heute sehr oft mit dem Gedanken gespielt, mir ein neues zu kaufen, doch jetzt, zuhause, musste ich nur im Keller in die erste Lade greifen, die ich sah. Alles war voll mit diesen Prachtstücken. Nagelneu, sündhaft scharf - als würden sie hier nur darauf warten, dass ich sie finde.
Ich sehe sie an und muss lächeln, mein Herz hüpft auf und ab als wäre ich verliebt. 'Soll ich es mir jetzt schon gönnen?', frage ich mich und lecke mir voll Begierde über die Lippen. 'Nein, warte noch. Denke an all die negativen Dinge, die damit Hand in Hand gehen - es ist heiß, du würdest mit langen Ärmeln kollabieren! Deine Eltern würden so enttäuscht sein! Alle werden dich wieder ansehen, als wärst du ein Monstrum, sie werden dich mit Blicken bespucken, an den Pranger hängen. Sie wird dir wieder nacheifern, dich vielleicht übertreffen! Es würde alles nur noch schlimmer machen - du hast doch schon genug Probleme, Idiotin!'
Aber das Verlangen ist so groß, so überwältigend. Ich kralle meine hässlichen Finger um mein tötliches Kruzifix und atme schwer. Dann schlage ich meinen Kopf wieder und wieder gegen die Wand, stehe auf und werfe das Messer in meine Schultasche.
Ich kann nur noch darum beten, dass morgen ein guter Tag graut, denn hinausholen kann ich es nicht mehr und ich habe keine Ahnung, ob ich mich beherrschen kann, wenn ich dort Pflöcke ins Herz gerammt bekomme. Vor allem wird mich dort, im Gegensatz zur Klinik, niemand suchen.

Dienstag, 1. Mai 2012

Es ist, als wäre es meine Bestimmung..

.. meine Lebensaufgabe. Ich vermisse es so sehr, es schmerzt mehr als jegliche Trauer, die ich je empfinden konnte, als ein geliebter Mensch aus meinem Leben geglitten ist. Ich winde mich so oft rastlos umher, sehne mich. Ich laufe im Kreis, versuche alles um mich abzulenken. Ich sitze im Dunkeln und streiche an meinen Armen, meinen Beinen entlang. Fange an mich in mein Fleisch zu krallen, schlage gegen die Wand und schlinge die Hände um meine Kehle. Ich weine, reiße meinen Mund auf, so weit ich kann, um dann stumm loszubrüllen, drücke meinen Kopf in den Polster, spanne meinen ganzen Körper und schlage dann mit Beinen und Armen um mich. Das Verlangen ist so groß, größer als ich je nach etwas begiert habe, größer als mein Hunger je war.
Ich will mich hiermit beweisen, ich will es nicht nur mir selbst, ich will es vor allem allen anderen, im insbesonderen ihr zeigen. Sie alle sehen lassen, wie weit ich gehen kann, wie stark ich bin. Dass ich hier nicht so wie sie nur simuliere, dass es mir schlechter geht, als allen hier zusammen. Dass sich in mir Dinge abspielen, die wahrscheinlich keiner von ihnen auch nur im Geringsten zu begreifen vermögen würde.
Ich würde schneiden, tiefer als jeder andere zuvor. Meinen Arm spalten, so wie es zu sein hat. In dem Moment verharren, an dem das blanke, erstarrte Fleisch mir entgegen blickt. Der Augenblick, in dem mein Körper aus purer Überraschung nicht zu reagieren vermag. Die Sekunden, in denen ich nur das perfekt weiße Gewebe und die durchtrennten Venen blitzen sehe.
Dann rappelt sich meinen erdgebundenes Ich wieder auf und meine ganze Hand beginnt zu pulsieren. Blut wabert mir entgegen, quillt aus dem klaffenden Loch, läuft in purpurnen Bächen an mir herab und ergießt sich auf dem Boden unter mir. Ein Lächeln huscht über meine Lippen, verfliegt dann aber sofort wieder. Ich nehme ein Tuch, drücke es gegen meine Hand und sehe zu, wie es sich über und über vollsaugt. Dann hebe ich es an, um einen zweiten Blick auf mein Werk zu werfen.
Ich stehe auf, schnappe mir Mullbinden und Peha-Haft, lege es auf, wische eine einsame Träne aus meinem Augenwinkel und schlüpfe wieder unter meine Maskerade - jedoch erfüllt mit ein wenig Zufriedenheit.