Sonntag, 30. September 2012

Ich habe eine Chance bekommen.

- Und ich werde sie nicht verstreichen lassen! Er ist hier, noch immer. Ich muss nun all meine Kraft zusammen nehmen und Angst wie auch Eifersucht endgültig ablegen. Niemals lasse ich zu, ihn durch eine meiner Unzulänglichkeiten verlieren zu müssen. Nicht ihn.
Doch im Augenblick ist es ein harter Kampf, blutig und ohne jegliche Regeln. Mit steinernen Fäusten schlägt mir mein Verstand Löcher in den zerbrechlichen Körper, schreit auf mich ein, versucht mich von den Füßen zu werfen. Aber ich stehe noch immer! Ich stehe, mit einem einzigen Ziel vor Augen - ihm. Er gibt mir Kraft, wärmt mein Innerstes, lässt mit seiner Zuneigung jede Wunde heilen.
Denn niemand anderes als ich selbst bin mein Feind. Ich sehe jede Frau als Konkurrenz. Ich rede mir ein, er würde mich eigentlich nicht wollen. Ich entfache den idiotischen Gedanken in mir, er würde auch nur irgendetwas von seiner ehemaligen Freundin wollen. Ich kann mir nicht eingestehen, dass er sich in mich verliebt hat.
Aber ich habe nicht nur diese Seite. Die andere wird ihr den Gar ausmachen, sie endgültig zum Schwiegen bringen, es nie wieder tolerieren, so manipuliert und gedemütigt zu werden.
Denn ich liebe ihn.

Samstag, 29. September 2012

Einmal mehr.

Wieder habe ich es geschafft einen Menschen mit meiner Art zu vertreiben, regelrecht die Flucht ergreifen lassen. Meine Unsicherheit, die dauernde Unterwürfigkeit, das ununterbrochene Schuldgefühl und die Bedürftigkeit macht ihm wohl Angst - macht jedem Angst. Ich denke, wüsste ich es nicht besser, hätte ich mich auch vor mir zurückgezogen. Da bringt es wohl nichts, auszusehen wie Miss Wonderbra, nicht einmal so will man mich.
Ich bringe es einfach nicht fertig, alte Gewohnheiten abzulegen. Zusammen mit den vergangenen Vorfällen hat es sich in tief in mein Herz gebrannt, mich auf ewig markiert. Ich würde wirklich alles geben, um zu vergessen, doch es ist nun schon viel zu spät, es zu lernen.
Was soll ich tun? Mein Innerstes zerrt mich gleichzeitig in alle Richtungen, droht mich zu zerfetzen. Ich kann mich nur vollkommen hilflos hingeben.

Nur dieses eine Mal wollte ich ein wenig der Wärme zuteil haben, die der Masse zu Tonnen bereitsteht. Ich wollte doch einfach nur endlich geborgen sein, geliebt.

Dienstag, 25. September 2012

Ich schlittere der Vergangenheit entgegen.

Gestern noch von unfassbarer Euphorie beflügelt, so schwand sie heute innerhalb weniger Stunden und ließ mich mit dem altbekannten Gefühl der Leere zurück. Plötzlich habe ich so große Zweifel, Sorgen die ich mir noch lange nicht machen müsste - ich kann mich doch nicht einmal so schnell verlieben! Oder? Panik erfasst mich in jeder Situation die sich in meinen Augen schlecht auf die Sympathie seinerseits zu mir auswirken könnte. In meinem Kopf kreisen die aber und aber Tausend Gedanken wieder ihre unaufhaltsamen Kreise. Ich wälze mich hin und her. Manchmal verirrt sich eine einzelne Träne auf meine kalten, narbigen Wangen und hinterlässt einen salzigen, toten Streifen.
Ich beginne wieder, mich andauernd mit jedem Mädchen zu vergleichen. Plane meine Tage auf die Minute genau, schaffe es jedoch natürlich nicht, auch nur einen Termin einzuhalten. Ich habe Angst davor zu essen, nicht gut genug auszusehen. Versuche alles um erraten zu können, womit ich seinem Herz auch nur einen winzigen Schritt näher kommen  könnte. Wieder einmal ist all das viel zu viel für mich und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als Zeit in der vollkommenen Dunkelheit. Meiner Seele ein wenig Schlaf gönnen zu können. Aber dazu finde ich keinen Weg.
Ich überdenke zig mal die Dinge, die ich von mir geben will - ja, jede minimale Geste - und noch einmal so oft die, die ich schon ausgesendet habe. Ich sehe jeden minimalen Fehler an mir als Katastrophe und spüre wie sich die knochigen Hände der Perfektion wieder um mein Innerstes legen und langsam zudrücken.
Mit jedem Lidschlag merke ich, wie die Luft knapper wird. Ich habe Angst, sie würde verbraucht sein, bevor ich überhaupt die Chance hatte, zu erfahren ob da etwas zwischen unseren Seelen sprießen könnte.
Glaub mir, ich sehne mich nach nichts mehr, als nach einem Menschen, der auf mich Acht gibt. Ich verzehre mich so danach, einschlafen zu können, Arme um mich zu fühlen, von denen ich mit Sicherheit zu sagen vermag, sie würden mich beschützen.
Lass mich nicht alleine, wie all die anderen zuvor. Ich habe nichts mehr, an dem ich mich festhalten kann, meine Finger sind klamm, taub, blutig geschunden von all den kläglichen Versuchen mich an irgendeinem Vorsprung festzuhalten. Jeder so verheißungsvoll glitzernd wie der Festtagsbaum am Weihnachtsabend. In meinen naiven Augen ein jedes Mal die Rettung. Aber sie waren alle so glatt, nicht zu packen, rutschten mir Mal für Mal aus den Händen.
Ich bin so einsam. Bitte tu mir nicht weh, bitte.

Sonntag, 23. September 2012

Wie hast du es genannt? Lie-be?

Ich bin mir nicht sicher, was in mir vor geht, ich bin so verwirrt. Ist es wieder nur die Einsamkeit die mir vorspielt, dass ich auf dem besten Weg bin, mich zu verlieben? Sind diese Gefühle überhaupt real? Ich fühle mich so hilflos, laufe im Kreis. Wieder und wieder, versuche die Gedanken zu stoppen, die mich in den Irrsinn treiben. Die Angst zieht wieder an den Fäden, spielt mit mir wie mit einer Puppe, lässt mich zappeln wie einen Fisch an Land.
Die Sehnsucht nach Zuneigung ist überwältigend. Meine Kehle ist vollkommen ausgetrocknet, dürstet nach Liebe. Wann wird mein Schicksal das Ruder herumreißen, eine neue, lichte Richtung ansteuern. Einen Horizont an dem eine junge, goldene Sonne aufgeht und von Glückseligkeit singt.
Aber Schicksal bedeutet nicht gleich, sich zurücklehnen zu können und darauf zu warten, dass von selbst Erlösung eintritt. Wir müssen aufstehen, kämpfen, Zeichen setzen. Und genau das werde ich machen. Und ich werde es schaffen! Wir alle werden es schaffen!

Freitag, 21. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #17


Der Mensch ist von allen anderen Geschöpfen ein auf Hoffnung gestelltes Wesen; man könnte sagen, er ist ein unsterblicher Geist im Zustand der Hoffnung. - Friedrich von Schlegel


#17 Do you know anyone elso who injures themselfes?

Ja, ich kenne viel zu viele Menschen, die es tun. Manche nur ab und zu, einige die es ausprobiert haben und eine Tonne Personen, die abhängig sind. Es sei dahingestellt, wer es ernst meint. In meinen Augen haben wir sowieso nicht das Recht dazu, über das Befinden anderer zu urteilen. Das eigene Leiden wird dir immer am massivsten vorkommen, das steht außer Frage.
Wir müssen endlich aufhören, alles und jeden unterteilen, ordnen, zu wollen. Zu versuchen, ihre Glückseligkeit, ihre Qualen wie auch jegliche Charakterzüge in eine gewisse Schublade zu stecken. Es ist an der Zeit zu akzeptieren, dass wir alle vollkommen unterschiedliche Individuen sind. Seelen, die nicht mit einander verglichen werden dürfen. Niemals.

Donnerstag, 20. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #16

Holly Golightly: "We're alike, me and cat. A couple of poor nameless slobs." - Breakfast at Tiffany's

#16 What advice would you give to someone about selfharm?

Da ich selbst auch niemandem glauben konnte, denke ich nicht, dass es wirklich etwas bewirken würde, einer anderen Person zu diesem Thema etwas vermitteln zu wollen..
So hart es klingt, manche Dinge kann man erst begreifen, nachvollziehen, verstehen, wenn es zu spät ist.

Montag, 17. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #15

"Du hast schöne Augen, Marie." "Braun, es gibt keine banalere Augenfarbe. Es ist gut einen ausgleichenden IQ zu haben, wenn die Augen braun sind." - Herzensbrecher

#15 Do you visit any websites about selfharm? If so, what are they?

Ich habe mich vor einiger Zeit noch sehr viel auf derartigen Seiten aufgehalten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es getan habe, weil ich mich nicht so alleine fühlen wollte, oder die Traurigkeit einfach auskosten wollte, mich in ihr suhlen, zu die Emotion spüren.
Aber mit meinem Aufbruch in die Genesung habe ich abrupt jeglichen Kontakt zu solchen Medien abgebrochen und ich bereue es wirklich nicht.
Ich habe immer noch den Blog hier und diejenigen, die mich brauchen haben so noch immer die Möglichkeit mich zu erreichen während ich selbst nicht von meinem Weg gestoßen werden kann.

Sonntag, 16. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #14

#14 Is there anyone you consider to be an inspiration in your recovery?

Nein, ich denke nicht. Aber ehrlich gesagt bin ich selbst als Ansporn groß genug - wenn nicht für mich, für wen sonst? Wenn ihr selbst es nicht wollt, es nur den anderen zuliebe tut, werdet ihr es nicht schaffen, glaubt mir.

Mittwoch, 12. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #13

Antonio: "I hold the world but as the world, Gratiano, a stage where every man must play a part; and mine is a sad one." - Shakespeare, The Merchant Of Venice (Act I, Szene I)

#13 What is the biggest realization about selfharm you had?

Das ist eine sehr schwere Frage für mich. Was mir sehr klar geworden ist, ist die Tatsache wie viel Schaden man damit anrichtet. Vor allem außerhalb seines eigenen Bereiches. Es ist, als würde man ein Beil nehmen und mit geschlossenen Augen willkürlich um sich schlagen. 
Für mich war es der schwerwiegendste Grund dafür, mir selbst Einhalt zu gebieten.
Du hast niemals das Recht anderen mit deinem egozentrischen Verhalten zu schaden.

Wenn sich aus Ängsten Realität formt..

Gerade ich weiß genau was an mir nicht stimmt, in meinen Augen verkehrt ist, mir die Chance auf Perfektion entreißt. Nun war ich nach Langem schon so weit, es im Ansatz zu akzeptieren, hinzunehmen wie es nun einmal wahr. Natürlich, ich hechelte nach wie vor einem unerreichbaren Ideal nach, jedoch mit weniger Verpflichtung und Druck, ich hatte noch Luft zum Atmen, Überleben.
Nun jagt es mich wieder wie ein wildes Tier, schnürt mir die Brust zu wie ein grausamer Albtraum. Ich habe noch einen gewissen Abstand doch ich weiß zu genau, dass dieser mich nicht für immer schützen kann, mit jedem Atemzug kleiner wird. 
Schon lange lag ein Schatten über mir. Eine Wolke, die mir meine Sonne nahm, mich jedoch ansonsten nicht weiter beeinträchtigte. Ich lebte weiter, wenn ich auch recht hilflos im Dunkeln umhertappte.
Es war die vage Vermutung, dass dieses Mädchen, dem du, zum ersten Mal nach mir, etwas von dir geschenkt hast, mich um so viel überragen, wieder an den Punkt zurückdrängen würde, an dem ich alleine zwischen Nacht und Morgengrauen ohne Orientierung im Kreis laufen würde. Die Knie aufgeschlagen und die Augen verhangen. Blutleer. Ohne Leben.
Und nun ist es so weit, dass ich nicht mehr ignorieren kann. Es sind Fakten, pur und klar, dass dieses Mädchen ein Engel ist, so wunderschön und makellos, wie ich es niemals sein könnte. 
Mir bereitet es Panik, meine Gedanken sind nicht mehr geordnet, zucken hektisch in meinem Kopf umher, treiben mich an den Rand des Wahnsinns. 
Wie schon so oft ist es einfach, dass ich mich abfinden muss. Abfinden. Ruhig dasitzen und hinnehmen, nichts an mir in dieser Hinsicht ändern zu können - niemals. Nie. Nie. Nie!
Es schmerzt, es zerrt mich gleichzeitig in alle vorhandenen Richtungen, droht mich auseinander zu reißen. Und ich kann nichts dagegen tun - einfach gar nichts.

Dienstag, 11. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #12


Well I made it trough another day in my cold room. On scraps and pieces left behind I survive on the memorie of you. - Angus & Julia Stone

12# Where do you keep your tools?

Obwohl ich mich nun schon in einer recht weit fortgeschrittenen Phase meiner Genesung muss ich euch sagen, dass ich sie immer noch bei mir habe. Immer. Sie sind in jeder Handtasche, im Bad, in meinem Zimmer. Für meine Lieblinge habe ich sogar eine Art Gral errichtet. Einen ehemaligen Schuhkarton prall gefüllt mit Erinnerungen aus dieser Epoche. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie damit begraben habe, oder für die Ewigkeit konserviert. Bereit jeden Moment wieder zuschlagen zu können. Aber ich schaffe es einfach nicht mich von ihnen zu trennen. Noch sind sie ein Teil von mir. Noch.

Sonntag, 9. September 2012

30 Day Selfharm Challenge #11

Ich werde nun nach so langer Zeit endlich die Challenge weiterführen - und noch einmal, es tut mir von Tiefstem leid.

#11 Strangest place (school, park, ect.), you've ever injured yourself?


Ich habe mich sehr lange an Gewohnheit gebunden und eigentlich nahezu ausschließlich in meinem Bett, mit dem Laptop am Schoss, die Klingen gezogen. Es kam sehr oft einem Zu-Bett-Geh-Ritual nahe, zu vergleichen mit der nicht vorhandenen Wärme, die ich hätte empfinden müssen.
Aber mit der Zeit wurde es immer krasser, meine Taten entglitten mehr und mehr der Kontrolle, geschahen ansteigend aus Affekt.
Die Plätze, an denen ich geblutet habe, spiegeln mit ihrer Absurdität eine hochgradigeVerzweiflung wieder. Ich werde sie euch wohl auflisten, da das der übersichtlichste und einfachste Weg sein wird - vor allem der, in dem ich mich am wenigsten in langwierigen Wortspielen verlieren werde.

1. Schultoilette
2. Klassenraum
3. Auf dem Heimweg - während ich ging
4. Unter meinem Schreibtisch
5. Öffentliche Verkehrsmittel

Samstag, 8. September 2012

Ist da jemand?

Hallo. Habt ihr mich vermisst? Irgendjemand? Hallo? Ist da wirklich keiner?
Es ist so lange her seit ich das letzte mal Leben in diese stickige Gruft gehaucht habe. Hier hängt die Luft in dicken Schwaden. Der Zeitpunkt zu Lüften ist schon lange vorüber, jedoch werde ich mit Mut und der naiven Hoffnung, trotz meiner Unzuverlässigkeit euch gegenünber, darauf setzen, noch eine Chance zu bekommen, wieder aufgenommen zu werden.
Es ging hier nicht drunter und drüber - leider - das war wohl das Problem. Ich habe mich sehr in mich gekehrt, abgekapselt und Tag für Tag die selbe Luft eingeatmet, die ich am vergangenen Abend ausgeatmet hatte. Es war endlich ruhig, aber die Ruhe schmerzte mit jeder Stunde mehr. Brannte ihren Namen in meine Seele. Aus Ruhe wurde Einsamkeit und ich bemerkte es erst, als ich schon viel zu tief in diesem Trott gefangen war.
Aber ich bin schon so oft aus Kreisläufen ausgebrochen, diesmal wird es nicht anders werden.