Montag, 23. April 2012

Die Annahme,..


.. von der ich die letzten Wochen so überzeugt war, zerplatzt wie eine Seifenblase.
Genauso wie sie ist sie nur aufgeblasen von nichtssagender Luft. ‚Ich bin am Leben!‘, dachte ich, redete ich mir ein. Die Realitiät sieht genauso aus, wie immer schon. Ich bin noch genauso leer, so ängstlich und durch und durch erstarrt vor Kälte. Die andauernde Suche nach Personen, die mich lieben, um sie dann wieder wegstoßen zu können, ist nur die Bestätigung, die ich brauche, um mir vorzuspielen zu können, dass ich noch die Alte bin, dass ich noch zu ergreifen bin. Aber was mache ich hier wirklich? Wofür bin ich da? Ich kann nichts tun, außer alles zu verdrängen, zu überspielen. Wenn ich mich auf meine Emotionen einlasse treibt es mich nur wieder in den Wahnsinn wie jedes mal, in den Sumpf der langsam dem tiefen, suizidalen Abgrund zuwabert. Es gibt hier nichts für mich zu tun, ich kann mich nicht darauf konzentrieren, schulische Leistungen zu erstreben, versuche ich es, sitze ich im Endeffekt nur da und starre auf einen Punkt an der Wand. Ich kann mir nur Tag ein, Tag aus mit all meiner Kraft die Zähne daran ausbeißen, etwas an meinen zig Mäkeln zu ändern. Oder wieder in regungslose Depression zu verfallen.
Es macht mir wirklich Angst, dass diese Tatsachen so in mir festgeschweißt sind. Ich habe nicht den leisesten Schimmer, wie ich es ändern könnte, ich denke es ist einfach mein Charakter.

Dienstag, 17. April 2012

Es ist grausam..

Nachträglicher Post!


.. Die Dunkelheit ist zurück - sie wickelt sich um meine Kehle wie ein raues Seil. Genau wie dieses riecht sie nach Einsamkeit, Verzweiflung, Verderben und einem endlosen Kreis aus Enttäuschung - also nach mir. Eau de Isabel.
Es ist als hätte all diese Zeit hier nicht existiert, ich sehe nur das riesige Fenster, gefüllt von starrem Himmel, die kalten, trostlosen Wände und die grauen Fliesen der Station, auf denen ich zu oft, mit den Knien an meinen bebenden Körper gepresst, gesessen bin. Das Messer in der einen, die andere Hand schlaff an mir herabbaumelnd, kläglich versuchend, all das Blut mit meinen wenigen Taschentüchern zu beseitigen. Vollkommen stumm weinend, um ja nicht den Alarm auszulösen, um dann nur herablassenden Blicken zu begegnen.

Montag, 16. April 2012

Es ist die letzte Nacht..

Nachträglicher Post!




.. in einem Bett, dass der Zimmerjunge immer, aus Dank für die Münzen auf den Kissen, mit Herzen aus Blüten verziert. Ich habe Angst, Angst hier etwas zu verpasst zu haben. Angst, nicht genug um das Geld getan zu haben, dass meine Eltern für diesen Urlaub erarbeiten mussten. Angst davor, dass Ahnung sich in die Ziffern, unverleugbarer Wahrheit der Waage, wandelt. Angst vor dem Alltag, der mich erwartet, dem ersten Tag an dem ich nicht mehr von der Station aus, sondern von zu Hause aus, in die Schule gehen muss. Angst davor, bestimmten Personen mit diesen neu erworbenen wogenden Tonnen an Fett entgegen zu treten, in die Augen zu sehen und genau zu wissen, dass sie mich übertrumpft haben. Aber am meisten vor dem unerträglichen in mir, mit dem ich nicht umgehen kann, dem Piano, dass jede Sekunde meines Lebens in vor Emotion wallender Melodie, der erdrückenden Sorte, ertränkt - ähnlich dem "Comptine D'un Autre Été " von Yann Tiersen, falls es euch bekannt ist - voll Gefühlen, zu vielen um sie zu deuten. Erinnerungen, beklemmend und zutiefst berührend. Alles ist wie von einem Vintage Filter überzogen. Von außen nett anzusehen, jedoch nicht leicht zu umschreiben. Genauso schwer wie sich von dieser Melodie zu trennen, ein Lied, wie mein bester Freund, der dich jedoch immer zu Boden zieht wie Blei. 
Irgendwann muss ich mich entscheiden, lebe ich ohne ihm, oder lasse ich mich von den tückischen Tönen zu Tode lieben.

Zur Linken erstreckt sich..

Nachträglicher Post!


.. strahlender Ozean bis zum Horizont, zur Rechten schier endlose Wüste. Dazwischen throne ich auf dem Rücken eines Arabers, dem Sonnenuntergang entgegen. - Was sich anhört wie ein schmieriges Filmklischee nahm heut Nachmittag für mich feste Gestalt an.
Es war ein atemberaubendes Erlebnis, das gepaart mit der dabei auf mich wirkenden Philosophie und dem unaufhaltsamen ägyptischen Willen, einfach zu leben, die Stunden unvergesslich machte.
Unglaublich war vor allem das darauffolgende Gespräch mit dem Besitzer des Betriebs, der mich ungeniert auf meine Narben ansprach.
Es ist so, dass es für ihn nichts Neues war, er ist schon damit vertraut, da sich sogar schon in Ägypten Anhänger der Selbstverstümmelung wiederfinden. Was noch schwerer zu glauben ist ist, dass dieser Trend hier - im Gegenteil zu hier - vor allem von Männern praktiziert wird. Außerdem nehmen diese, nachdem sie sich betrunken haben, gewisse Tabletten ein, welche sie - ich zitiere - "verrückt im Kopf machen", was ich als eine Art Trance Zustand mit wenig Schmerzempfindlichkeit deute, und sich dann schneiden.
Wenn ich ehrlich bin, erschreckt es mich wirklich, dass dieser Wahn sogar bis hierher vorgedrungen ist. Doch es fällt mir schwer, etwas dagegen auszurichten, immerhin habe ich denselben idiotischen Unsinn getan - oft genug,
So lasst uns hoffen, dass es nur eine Phase ist und bald - für immer - ausstirbt.

Es ist die Verzweiflung..

Nachträglicher Post!


.. Die Wut, der Hass auf mich selbst, die Gier nach dem, was ich plötzlich nicht mehr sein kann. Wie eine Elfe bin ich nahezu durch mein kaltes Leben geschwebt. Ich war zerbrechlich, wurde manchmal sogar darum beneidet, ja und ein paar seltene Male war ich darauf sogar stolz. Es war eines der einzigen Dinge, die mir insgeheim im einen oder anderen Augenblick Halt gaben.
Es tut wahnsinnig weh, nun so leben zu müssen und noch mehr, zu wissen, dass es einmal anders war und ich es aber aus unbekannten Gründen nicht mehr ändern kann.
Die Nächte sind lang, voll von trockenen Tränen, stummen Schreien und Ängsten, die mir die Kehle zuschnüren. All dieses Leid, die Unzufriedenheit, der Druck und die Einsamkeit tief in mir, haben mich schon all meiner Lebensqualität beraubt. Dass werde ich ihnen nie verzeihen. Und wenn ich endlich wieder Kraft habe - ich hoffe, dass dieser Tag irgendwann einmal kommt - zahle ich es ihnen heim. Ja, ich stampfe sie zu Boden, mache mit ihnen, was sie mit mir getan haben, ich werde sie vollkommen vernichten, sie werden es nicht einmal mehr wagen, daran zu denken, sich in meiner Nähe blicken zu lassen. Sie sind Emotionen, die ich ein für alle mal verbannen werde.
Ich bete nur dafür, dass dieser Tag wirklich kommt, denn im Augenblick ist die Energie, von der ich träume, nur eine ferne, verlockende Illusion. Doch ich werde nicht aufgeben.
Niemals.

Es war ein langer Tag..

Nachträglicher Post!


.. Ein Tag, der wie ein  junges Pferd umher sprang, buckelte, andauernd das Tempo änderte und mich einige Male sogar bäumend abwerfen wollte. Anfangs ging es mir gut, ich nahm all meine Kraft zusammen, versuchte einfach zu sein. Und es gelang sogar für eine gewisse, begrenzte Zeit, dann setzten wieder die Zweifel ein und das Unbehagen huschte zurück, beschlich mich wieder und ließ mich ein Mal mehr spüren, wie gebrochen doch meine Seele ist.
Doch all das nahm noch unerwartet zu später Stunde eine radikale Wendung - wir saßen in der kleinen, familiären Parfümerie eines Ägypters und dessen Cousins. In kürzester Zeit entstand eine sehr rege, angenehme Unterhaltung, die mit ihrer Dauer immer mehr vom eigentlichen Thema, dem Kauf der Ware, abgeschweift ist. Es war, als würde die Luft vor Spannung knistern, so emotional geladen war der Moment, als der Cousin des Ladenbesitzers, der bis jetzt das Gespräch stumm von einem Stuhl in der Ecke des Raumes verfolgt hatte, zum ersten Mal seine Stimme erhob. In gebrochenem Englisch berichtete er von seinem Leben, dass er aus einem reichen Hause komme und somit die Möglichkeit gehabt hatte, zu lesen.
Er erzählte, wie er alles in Frage stellte, dass er kein Verständnis für die herzlosen Sitten der "alten Muslime" finde und sich selbst mit der liebevollen Bezeichnung "VMM" versah, einen "very-modern-moslem", dabei huschte ein flüchtiges Lächeln über sein hartes Gesicht. Er redete über all die Korruption in seinem Land, die fehlende Moral und wie verbittert alle ihre Augen vor Negativem verschlossen. Dass er Bücher geschrieben habe, die nie jemand veröffentlichen wollte.
Es war unglaublich wie intelligent er war. Wie mit all seinen Emotionen und Kraft die Worte aus seinem Mund sprudelten. Ich hing wie gebannt an seinen Lippen, gar besessen. Während er sprach, bebte er vor Erregung. Sein ganzer Körper zitterte und sein Atem ging schnell und unregelmäßig.
Er erklärte uns, dass man in ihren Schulen eingetrichtert bekomme, dass man allem misstrauen solle, dass fremd oder anders ist. Wie einer Stopfgans wird es einem in den Rachen geschoben, bis man selbst davon überzeugt ist.
Er machte eine Pause, holte seine Geldbörse hervor und hielt uns zwei Fotos entgegen. Bilder seiner Familie. Er strahlte so sehr, als er uns von seinem Sohn erzählte und seine Augen fingen an glühen wie die hellsten Sterne, als er das Foto seiner Frau herzeigte. Er bezeichnete aber und abermals als wunderschön. Die schönste Frau auf diesem Planeten. Die Art mit der er das Bild ansah während er das sagte, war so rührend, so voll purer Liebe, dass mir Tränen in die Augen stiegen.
Und genau in diesem Moment wünschte ich mir zum aller ersten Mal wirklich, zu jemandem zu gehören. Zum ersten Mal konnte ich mir vorstellen, bei jemandem bleiben zu wollen. 
Er erzählte uns noch, dass ihm seine Frau alles glaube, sogar wenn er manchmal lügen musste und dass es ihn schmerzen würde. Dann ging er wieder zu Politik über, schilderte uns, dass er mit keinem Ägypter reden könne, da ihm aus Angst niemand zuhören würde.
Er sah zu Boden und hauchte "If they'd just know, that I think different, they would hang me." Dann schnappte er nach Luft, sagte, er müsse ins Freie und ging hinaus.
Das Gespräch hat in mir einiges bewegt. Aber vor allem fühle ich mich nicht mehr ganz so allein. Es ist, als hätte ich wenigstens einen Hauch mehr Vertrauen in die Menschheit zurüch erlangt.
Jedoch eben nur einen Hauch..

Ich bin heute jemandem begegnet..

Nachträglicher Post!


Einem jungen Mann, einige Jahre älter als du. Es war wie Magier, als wäre er von einer unsichtbaren Aura aus purer Energie umgeben, die, sobald er sich zum ersten Mal in meiner Nähe befand, sofort meine ganze Aufmerksamkeit auf ihn zog. Ich sah ihn an und mein ganzer Körper begann zu prickeln, meine Hände zitterten und mein Herz begann zu rasen.
Er sah aus wie du. Du, als ich dir zum ersten Mal begegnet bin. Dasselbe Lächeln und deine Augen. Augen wie zwei Stücke grenzenloser, blauer Himmel. Ein Stück der Freiheit, die mir schon damals viel zu fremd war. Ein Blick voll Licht, dass meinen Körper bis in den hintersten Winkel strahlend erfüllte. Augen so viel glücklicher, so viel lebendiger, als sie es nun sind.
Heute siehst du mich nicht mehr an, du blickst durch mich, leuchtest mir nicht mehr den viel zu dunklen, steinigen Weg mit ihnen. Es ist, als wenn ich mit dem strahlen in deinen Augen nicht nur meinen Pfad, sondern du auch deinen verloren hast - als würden wir nun beide umherirren, getrieben von nichts, als der steifen, automatischen Bewegung unserer Beine durch ein Minenfeld aus Dreck und Abscheu. Ein Areal, auf dem jeder, belanglos wie minimale, Schritt einen Donner aus Hass, Schmerz und Verzweiflung auslösen kann. Splitter aus Enttäuschung, die uns erblinden lassen, Brocken voll Wut, die unsere Gebeine zertrümmern und einem Hagel aus Tränen, der uns lähmt.
Ich habe Angst um dich. Angst, dass du in dem Trümmerfeld verloren gehst. Verschollen bist, nie wieder zurück kommst. Doch ich kann dir nicht helfen und genau das ist das aller Grausamste.
Ich kann nur stumm verfolgen, wie du dich von Augenblick zu Augenblick mehr von mir entfernst. Ich habe schon alles gegeben, doch nichts tut dir gut. Sogar der klägliche Versuch zu lieben, hat Fehl geschlagen.
Und so bitte ich dich nur, von tiefstem Herzen - oder was noch an verkümmertem Rest davon übrig ist - kannst du mir das verzeihen?

Ich bin zurück..

.. seit heute morgen bin ich wieder im Lande und reiche nun hiermit die inzwischen angefallenen Posts nach!


Es scheint, als wäre etwas in mir kaputt gegangen, zwischen all den Strapazen, auf dem schleppenden Leidensweg der letzten Jahre. Es ist, als wäre langsam ein Schalter in mir umgelegt worden und damit all die Glücksmomente dahingeschwunden sein. Es ist so trist, alles in mir klagt und schmerzt. Zufriedenheit wie Glück sind vom stätigen Begleiter langsam zum entfernten, unnahbaren Mythos verblasst. Es ist die Trauer, die alles verschluckt und ich kann ihr nach solanger Zeit einfach nicht mehr standhalten. Ich habe gekämpft, mit jeder Emotion gerungen, mein Leben, ja sogar meinen Charakter, vollkommen umgekrempelt um sie zu bezwingen, doch alles, jeder Versuch, war vergebens. Das, was von meiner Seele noch über ist, schmerzt. So klein und verkümmert es auch sein mag, es windet sich vor pochenden Schmerzes. Es schreit, weint und fleht. Es haucht, kaum lauter als ein Atemzug einen Hilferuf nach dem anderen, Gebet um Gebet, gen Himmel.
Wie dutzend' unsichtbarer Vögel fliegen sie empor, flattern mit ihren zarten Schwingen durch das nahezu undurchdringliche Dickicht aus verworrener, atemraubender Einsamkeit, die sich seit Ewigkeiten zwischen meiner Seele und allem außerhalb angesammelt hat, bleiben an den tückischen Dornen hängen und zerfetzen sich das feine Gefieder, brechen sich bei den verzweifelten Versuchen, sich zu befreien, jedes Knöchlein entzwei und verenden voll Pein. Ihr schrilless Kreischen durch die Finsternis erstickt.
Nur noch die Scheide des Schmerzes ist scharf genug, um durch zu stoßen und zu mir zu dringen.

Samstag, 7. April 2012

Niemals für mich..

.. würde er sich derartig bemühen. Das weiß ich schon lange, das grausame daran ist, dass er sich nur bei mir nicht anstrengt. Ich dachte, es wäre sein Charakter, er würde sich an nichts binden, aber dass mir das Gegenteil nun gerade so bewiesen wird, schmerzt unglaublich. Es trifft mich direkt ins Herz. Es lässt meinen ganzen Körper erzittern und den kleiner Rest, frisch erworbener Selbstsicherheit in sich zusammenfallen. Ich sitze da und akzeptiere - weil es keinen anderen Weg gibt. Das einzige, das ich tun kann, ist zu arbeiten. An mir selbst.
Es fällt mir so schwer, mich hinzunehmen. Und wenn ich nun wieder einen Niederschlag erlebe, so kann ich den Fehler immer nur an mir suchen. Das ist mein Weg, der Pfad, den ich seit Ewigkeiten einschlage. Und auch wenn ich nicht schildern kann, wie erfolgreich er ist - ich lebe noch, und das ist immerhin ein Triumph. So werde ich ihn wohl weiter entlangwandern.
Er hat kein Ende, denn ich weiß, dass die Perfektion, die ich so voll von Begierde anstrebe, nicht existiert, aber ich hoffe, dass ich ihr wenigstens näher kommen kann. Immerhin war ich schon oft nicht so weit von ihr entfernt wie nun.
Also seht mir zu und betet mit mir um Erfolg. Zu einem Gott ohne Namen und Gesicht.
Oder wenigstens darum, dass es nicht so bleibt wie es ist.

- ich bin bis in genau einer Woche im Ausland und kann noch nicht sagen, ob ich etwas von mir hören lassen kann. Wenn es möglich ist, so werde ich es natürlich tun. Macht es gut, falls da draußen jemand ist, der sich für mein egozentrisches Gebrabbel interessiert..

Freitag, 6. April 2012

Frei zu sein..

.. ist einer der Wünsche, der wie ein billiges Klischee im Lauf des Lebens aus dem Mund eines jedem ertönt. Auch in meinem Kopf spukt diese Satzkonstellation sehr oft umher, doch ich muss zugeben, dass ich es nie aussprechen würde. Vor allem weil ich nicht erklären könnte, was ich genau damit umschreiben möchte. Es ist einer der undefiniertesten Ausdrücke, der mir je untergekommen ist und doch der, den ich am öftesten als angebliche 'Poesie' hören muss. Von den grundauf unterschiedlichsten Menschen, jeder denkt, er wolle 'frei sein'. Aber was meinen sie alle wirklich damit? Ist es denn wirklich etwas so erstrebenswertes? Frei von Sorgen? Frei von Arbeit? Oder vielleicht sogar frei von Glückseligkeit?
Ich kann es nicht sagen, immerhin hat es mir niemand erläutert. Ich zu meinem Teil würde mich unter Umständen frei von dem alltäglichen Druck wünschen. Frei vom prüfenden Blick eines jeden Menschen, dem ich begegne. Frei von Standarten und frei von all der Grausamkeit, die dort draußen herrscht.
Aber andererseits.. Andererseits, was wäre ich ohne all den negativen Dingen in meinem Leben? Kann Glück überhaupt noch Glück sein, wenn kein Unglück existiert? Würde es noch eine Wertschätzung für alles Gute geben, wenn wir das Gegenteil nicht kennen? Es gibt eindeutig kein Licht ohne Schatten - und es gäbe kein sinnvolles Leben ohne dunklen Seiten des Schmerzes, der Trauer und der Verzweiflung.

Donnerstag, 5. April 2012

Allein..


.. bin ich im Endeffekt immer.
Es tut mir leid, ich habe nie vorgehabt dich damit zu verletzen, das schwöre ich, aber ich kann dem Schmerz einfach nicht standhalten, den all die Ereignisse mir zugefügt haben.
Weißt du, es ist einfach nahezu unerträglich, jedes mal zu sehen, wie du mir in allem überlegen bist.
Wie du in sekundenschnelle jeden dazu bringst, dich zu mögen. Und ich weiß zu gut, dass ich mich eigentlich für dich freuen sollte, aber es geht nicht mehr. Ich kann es nach all dem einfach nicht mehr.
Wenn jeder meiner engsten und längsten Freunde dich mir sofort vorzieht. Wie mich jeder sofort vollkommen vergisst und nur noch Augen für dich hat. Für dein perfektes Lächeln, gegen das ich nicht einmal den Hauch einer Chance habe. Ich reiße mir - man verzeihe mir diesen Ausdruck - jedes verdammte Mal den Arsch auf, für jeden, um ihn dann auch nach jahrelangem Vertrauen, wieder gleich an dich zu verlieren.
Menschen, um die und deren Wohl ich mit all meiner Kraft gekämpft habe, wenden sich, sobald sie dich zum allerersten Mal sehen, von mir ab und schütten dir das Herz aus, erzählen dir ihr Innerstes, was sie bei mir trotz all meiner Mühen, nie getan hätten.
Ich verzweifle einfach absolut, ich kann nicht mehr essen, nicht mehr schlafen und nicht mehr atmen, ohne diesem stechenden Schmerz. Ein Schmerz gepaart mit nahezu wahnsinniger Eifersucht und einem ständig schlechtem Gewissen bei allem, was ich tue, weil ich Angst habe, es würde nie gut genug sein, um dich zu überragen - ICH würde nie gut genug sein, um dich zu überragen.
Aber das grausamste an alledem ist, dass ich eigentlich kein Recht dazu habe.
Und egal was ich dir sage, es gibt mir nur noch mehr das Gefühl, schlecht zu sein.
Erzähle ich dir von Dingen, die ich in meinen Augen halbwegs gut gemacht habe, zeigst du mir mit deiner Antwort, dass es nicht okay von mir war, weil ich dir sage, dass du es weniger gut kannst.
Öffne ich mich ein seltenes mal und schildere dir von meinen fast unmöglich ertragbaren Qualen, so bekomme ich, noch bevor ich überhaupt geendet habe, an den Kopf geworfen, dass es dir doch noch viel, viel schlechter gehe und ich bei Gott nicht das Recht habe, mich zu beklagen.
Aber ich darf ja nicht einmal daran denken, dass du etwas falsches getan hast, denn du bist ja gut. Du bist ja immerhin ein wundervoller Mensch, ein Mensch der mich, so wie es ein jeder, dir eingeschlossen, behauptet, der mich mehr als alles andere liebt und beschützt. Der immerhin nahezu sein ganzes Leben danach richtet, um es mir recht zu machen.
Denn du, bist ja..
Meine beste Freundin.

Montag, 2. April 2012

Kein Neustart..

.. ich will keinenfalls vergessen, was früher einmal war.
Alles, egal wie schmerzhaft, ist ein Teil von mir, den ich niemals verdrängen möchte, er soll nur nie wieder die Kontrolle über mich haben.
Ich bin stark, ich habe es in der Hand! Und ich werde es alles zum positiven wenden und es ist mir egal ob ich jemanden habe, der mich in den Armen hält oder nicht. Ich habe nämlich wirklich keine Lust auf eine ach so 'tragische' Seifenoper. Damit wurde viel zu viel Zeit verschwendet - ich will akzeptiert werden, und das auf Dauer, oder es werden die Finger von mir gelassen.
Ich schaffe es auch so, vielen Dank.

Ein wenig Sonnenschein..

.. und ein kurzes Gespräch mit der fürsorglichsten und herzallerliebsten Großmutter, die ihr euch vorstellen könnt, kann so viel bewirken.
Ich flehe darum, dass mit den ersten zarten, wohltuenden Strahlen der Schmerz nicht nur gelindert, sondern auch endgültig vertrieben wird. Nicht nur um meinetwillen, auch weil ich zu oft sehen muss, wie mich die Menschen um mich herum mustern. Ihre Sorge und Angst kann ich nicht hinnehmen, ich muss etwas ändern, für mich wie auch für sie.
Denn nachdem sie für mich so viel Kraft und Akzeptanz aufgebracht haben, wird es Zeit (das ist es eigentlich schon viel zu lange) ihnen etwas zurück zu geben, oder wenigstens die Last, die ich ihnen bereite, von den Schultern zu nehmen.
Ich schwöre euch, ich werde mein Bestes geben.

Sonntag, 1. April 2012

Umsonst..

.. waren drei ganze Monate. Drei Monate die ich stationär auf einer Kinder- und Jugendpsychiatrie verbracht (vielleicht sollte ich es lieber mit 'vergeudet' umschreiben) habe. Drei Monate, auf die ich unglaublich positiv zugegangen bin, in denen ich mich so angestrengt habe und trotzdem ist nun, nach gerade mal einem Tag zuhause, alles wieder beim Alten.
Der Schmerz ist da, der Perfektionismus treibt mich an meine Grenzen, ich reagiere auf jede Konversation viel zu aggressiv und negativ und kann mit nahezu keiner Alltagssituation umgehen.
Ich schneide zwar nicht mehr, doch der Druck ist mein ständiger Begleiter.

Ich kann nichts tun, als zu hoffen, dass sich alles von selbst zum Besseren wendet, da ich ja gerade erst wieder erlebt habe, dass nicht einmal professionelle Hilfe Erfolge erzielen konnte, so sehr ich es mir auch gewunschen hätte.

Wer ich bin..

.. nicht mehr als ein 16 Jähriges Mädchen, eigentlich weniger - vielleicht aber auch mehr, ich kann es nicht sagen.
Ich bin anders, so nehme ich es jedenfalls wahr. Es ist wahrscheinlich der monströse, unaufhaltsame Strom aus Gedanken, der alles auslöst. Ein wieder und wiederkehrender Kreis aus flüchtigen Satzfetzen, in welche sich langsam Zweifel schleichen und so lange in meinem Kopf ihr Unwesen treiben, bis sich jedes alltägliche Wort in Hass, Trauer und vollkommene Verzweiflung verwandelt hat. Diese werden immer stärker, immer mächtiger, bis sie Besitz von mir genommen haben und mich mit ihren scharfen, eiskalten Krallen in einen Abgrund aus absoluter Machtlosigkeit stürzen. Die Dunkelheit um mich herum saugt mir die letzten kläglichen Reste an Zuversicht und Hoffnung aus und spuckt dann eine leere Hülle meiner Selbst wieder aus.
Von dem ersten zwielichtigen Hauch von Freude lasse ich mir die Hand reichen und klammere mich an ihn, bis meine Seele wieder ein wenig Kraft hat. Doch sobald ich wieder auf eigenen Beinen steh, sind die Gedanken da und mein nächster Untergang nicht weit.

Unter Umständen ist es eine ganz normale Phase, vielleicht machen alle Menschen in meinem Alter gerade genau dasselbe durch, doch das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Ich befinde mich in einer so unglaublichen Ohnmacht, jeder meiner Schritte wird von Zweifeln verfolgt und jede Tat ist mit Hass und Unzufriedenheit besetzt. Es ist nicht mehr möglich, nach so langer Zeit, jahrelangem Schmerz, noch normal zu leben.

Zu Beginn..

Es gibt einige Gründe dafür, mich endgültig dazu entschieden haben, einen Blog zu starten.

Zum Ersten denke ich, es würde mir sicher gut tun, mich mehr mit meinen unendlich vielen, wirren Gedanken zu beschäftigen, sie fangen, ordnen und hoffentlich damit auch besser erfassen zu können.
Außerdem ist es auch ein angenehmer Gedanke, jederzeit auf vergangene Momente zugreifen zu können, hiermit sozusagen eine ordentliche Dokumentierung meiner Stimmung wiederzufinden. Vor allem weil ich leider eine wahnsinnig schlampige Person bin und es mir im Herzen weh tut, zu wissen wie viele Seiten an Emotion, Leidenschaft und Verzweiflung ich schon durch Unachtsamkeit entsorgt oder irgendwo in den Katakomben aus Müll in meinem Zimmer begraben habe.
Ein weiterer Grund war es, möglicherweise mit meinen Erfahrungen Leuten helfen zu können, oder sie wenigstens ein wenig zu unterhalten.