Nachträglicher Post!
Einem jungen Mann, einige Jahre älter als du. Es war wie Magier, als wäre er von einer unsichtbaren Aura aus purer Energie umgeben, die, sobald er sich zum ersten Mal in meiner Nähe befand, sofort meine ganze Aufmerksamkeit auf ihn zog. Ich sah ihn an und mein ganzer Körper begann zu prickeln, meine Hände zitterten und mein Herz begann zu rasen.
Er sah aus wie du. Du, als ich dir zum ersten Mal begegnet bin. Dasselbe Lächeln und deine Augen. Augen wie zwei Stücke grenzenloser, blauer Himmel. Ein Stück der Freiheit, die mir schon damals viel zu fremd war. Ein Blick voll Licht, dass meinen Körper bis in den hintersten Winkel strahlend erfüllte. Augen so viel glücklicher, so viel lebendiger, als sie es nun sind.
Heute siehst du mich nicht mehr an, du blickst durch mich, leuchtest mir nicht mehr den viel zu dunklen, steinigen Weg mit ihnen. Es ist, als wenn ich mit dem strahlen in deinen Augen nicht nur meinen Pfad, sondern du auch deinen verloren hast - als würden wir nun beide umherirren, getrieben von nichts, als der steifen, automatischen Bewegung unserer Beine durch ein Minenfeld aus Dreck und Abscheu. Ein Areal, auf dem jeder, belanglos wie minimale, Schritt einen Donner aus Hass, Schmerz und Verzweiflung auslösen kann. Splitter aus Enttäuschung, die uns erblinden lassen, Brocken voll Wut, die unsere Gebeine zertrümmern und einem Hagel aus Tränen, der uns lähmt.
Ich habe Angst um dich. Angst, dass du in dem Trümmerfeld verloren gehst. Verschollen bist, nie wieder zurück kommst. Doch ich kann dir nicht helfen und genau das ist das aller Grausamste.
Ich kann nur stumm verfolgen, wie du dich von Augenblick zu Augenblick mehr von mir entfernst. Ich habe schon alles gegeben, doch nichts tut dir gut. Sogar der klägliche Versuch zu lieben, hat Fehl geschlagen.
Und so bitte ich dich nur, von tiefstem Herzen - oder was noch an verkümmertem Rest davon übrig ist - kannst du mir das verzeihen?
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