Donnerstag, 25. Oktober 2012

Wieso?


Sag mir, wieso liebt mich niemand? Weshalb tritt man mich, schiebt mich fort, lässt mich stehen? Warum sagt man mir, wie besonders ich wäre, was für ein guter Mensch, um mich dann alleine zu lassen? Was soll ich den noch tun um zu genügen? Alles, alles habe ich getan - und das sage ich nicht einfach so. Ich nehme zig Pillen um reine Haut zu haben, gesundes Haar, perfekte Nägel.
Meine Erscheinung ist gepflegt, alles hoch zum Limit gepusht. Ich gebe all mein für Kleidung aus die mich eigentlich überhaupt nicht interessiert. Meine Stute, mein Liebstes ist dafür nun weg. Und?
Gefalle ich dir jetzt? Nein? Dann lass mich einfach noch etwas drauf legen!
Ich bin gebildet, studiere mit meinen 16 Jahren. Ich kann bei all deinen Themen mitreden, belehre oder übertrumpfe dich aber niemals. Ich lache über all deine Witze. Mit meinem 92'60'85 Körper versuche ich alles, um dich stolz zu machen. Vor deinen Freunden bin ich zurückhaltend und dränge mich niemals in den Mittelpunkt.
Ich versuche nie traurig zu sein - wer will schon ein depressives Mädchen? Ich frage dich, wie es dir geht - ich bin immer da. Ich stimme dir zu, wenn du auf eine Frau deutest und mir sagst, wie gut sie nicht aussehe. Ich merke mir ihre Erscheinung, werde alles versuchen um ihr so nahe wie möglich zu kommen.
 Du sagst ab? Ach, macht doch garnichts! Ich soll kommen? Kein Problem, die Vorlesung war doch sowieso nicht so wichtig! Dich ruft eine Freundin an? Ich wollte sowieso gehen, mach dir keinen Kopf, du wirfst mich doch nicht raus! Das mein nächster Zug erst in zwei Stunden geht und ich mir in der Kälte wohl den ganzen für dich seit 2 Tagen ausgehungerten Körper blau friere, ist doch nicht von Belang!
Und? Was bin ich für dich? Eine gute Freundin? Mein Gott! Woher wusstest du, dass ich mir genau das so sehr gewünscht habe? Nein nein, das reißt mich doch nicht vollkommen auseinander! Wieso sollte das meinen nach so langer Zeit wieder mühevoll vom Boden gekratzten Lebenswillen zu Staub zerfallen lassen? Nein, natürlich liege ich nicht die nächsten Wochen Nacht für Nacht wach in meinem von Tränen getränkten Bett.
Macht doch nichts, das ist alles in Ordnung. Und glaub mir, du brauchst mich, deine gute Freundin, nicht. Ich bin mir sicher du bekommst deine bezaubernde Ex-Freundin wieder zurück - du weißt schon, die, von der du vor mir immer geschwärmt hast.


Es wird nicht hart werden, mich zu vergessen, all die Anderen haben es auch ohne Probleme geschafft.

Montag, 22. Oktober 2012

Es tut mir leid. Nein, tut es nicht!



Doch, mir tut es leid, mich so lange nicht gemeldet zu haben. Aber bis auf diese Tatsache versuche ich, mir die Schuld zu verbieten. Es ist ein schreckliches Rangeln mit meinem Innersten andauernd zu versuchen die Sehnsucht nach
einer Aufmerksamkeit zu unterdrücken. Ich gebe alles, um die Rolle der Unnahbaren aufzubauen, aber es ist der pure Horror. Jedoch - ich bin immerhin nicht blind - merke ich jetzt schon wie er rasant die Interesse an mir verliert und es mir Pflöcke ins Herz treibt. Ich will die Schöne sein, nach der sogar ER sich Tag wie Nacht verzehrt, so wie es mir mit ihm geht. Aber nein, nein das wäre zu schön, zu einfach.
Ich kann ihn einfach nicht deuten, hinke zwischen Verzweiflung, dem höchsten Grad der Glückseligkeit und Depression hin und her. Minute auf Minute werden meine Emotionen in eine ganz andere Ecke geschleudert. Ich spiele mir selbst vor eine Andere zu sein - nein - ich wechsle andauernd die Person. Von der selbstbewussten Frau springe ich zu der alles und jeden hassenden Rebellin und zurück zu dem kleinen, einsamen Mädchen. All die Facetten, die zig Züge meiner Selbst verschwimmen mehr und mehr. Ich kann nicht mehr sagen wer ich bin. Er küsst mich, hält mich fest wenn ich weine - ja sogar ihm selbst laufen Tränen über die bezaubernden Wangen wenn ich am Ende bin, will meine Hand halten wenn wir unterwegs sind. Nein, ich weiß nicht was er will. Ich habe keine Ahnung, alles dreht sich. Es wirbelt schneller und schneller, alle Farben verschwimmen, die Konturen gehen immer mehr verloren.
 Ich fühle nur noch Angst die alles verschlingt. Die Angst, dass er sein Versprechen, mich nie allein zu lassen halten wird. Aber immer nur als Freund an meiner Seite sein wird.
Ich verstehe nicht, wie andere einfach Single sein können, es treibt mich in den Wahnsinn niemanden zu haben der mir zeigt, dass ich ihm wirklich wichtig bin. Ich würde ihn so gerne darauf anreden, aber ich habe so große Panik vor Ablehnung. Ich kann nicht mehr mitspielen, so tun, als würde es mich nicht berühren, es bringt mich um und ich kann all die Energie einfach nicht mehr entbehren, wirklich.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Liebe ist Leise.

Wir verwechseln Liebe oft mit Sehnsucht - vergesst nicht, Männer denken nicht, sie lieben einfach. 

Für die nächste Zeit habe ich ein großes Projekt gestartet, ich werde nun endlich gegen meine riesengroße Eifersucht, die Unsicherheit und das andauernde Konkurrenz-Denken ankämpfen. Einerseits, da ich sehr darunter leide, aber genauso auch, weil ich es damit den Menschen an meiner Seite nahezu unmöglich mache, mit mir auszukommen.
Ich bin wirklich davon überzeugt, dass es funktionieren kann. Vor allem werde ich versuchen, die Bewunderung die ich nun schon in Form von Eifersucht jeder Frau gegenüber auslebe, in Bewunderung umzuwandeln. Ich möchte fähig sein, zu sagen, sie ist wirklich bezaubernd, ohne mir dabei ihren Tod zu wünschen. Sie ist gepflegt, dafür sollte sie doch Lob verdienen, oder? Sie kleidet sich besonders außergewöhnlich - hey, es gefällt mir!
Dafür muss ich es auch schaffen, währenddessen meine Stärken zu sehen. Du hast unglaubliche Haare - ich habe lange Beine. Nicht als Wettkampf, einfach als Fakt.
Ich bin davon überzeugt, so auch an meinem Selbstvertrauen zu arbeiten, womit dann auch Hand in Hand die Angst abebben wird, ersetzt zu werden.
Oder?

Freitag, 5. Oktober 2012

Nur noch eine egozentrische Frau?

Meinst du? Ich habe heute so oft an den Kopf geworfen bekommen, wie sehr ich mich verändert hätte und es schmerzt sehr. Wisst ihr, ich würde alles geben um wieder der Mensch zu sein, der ich einmal war. Nicht nur ihr vermisst mich, ich tue es auch. Sehr. Ich sehe selbst wie kalt Teile in mir geworden sind, aber ihr habt wirklich nicht das Recht dazu, mir dafür Vorwürfe zu machen. Vor allem nachdem ihr diejenigen ward, für die ich zu jener Zeit alles gegeben hatte. Egal wie schlecht es um mich stand, ich habe mich trotz allem so um euer Wohl bemüht, mich selbst ganz hinten angestellt. Und dies ist einer der Hauptgründe, weshalb ich irgendwann zusammen kapituliert habe. All die Energie, die ich in euch gesteckt habe ohne je ein Dankeswort gehört zu haben. Menschen, die nur etwas von mir hören wollten, wenn es ihnen selbst dreckig ging. Niemanden hat es interessiert wie es in diesem Moment um mein Befinden stand. Aber soll ich euch etwas verraten? Ich habe es euch niemals übel genommen. Für mich war es selbstverständlich, allen helfen zu müssen. Und nun? Nun habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben die Zeit genommen, die ich brauche um wieder auf die Beine zu kommen, Energie zu sammeln. Es tut mir leid, aber ich kann das von Selbstmitleid verschmierte Brabbeln einfach nicht mehr hören. Bitte, ich habe meinen Schritt zur Selbstverantwortung getan, nun bist du dran. Komm schon, mach nicht mehr mich für alles verantwortlich. Werde erwachsen, Isa ist nicht mehr die Mami für jeden, verdiene dir meinen Respekt. Denn du hast Recht, ich bin nicht mehr, wer ich einmal war.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Ich habe wieder versagt.


I kissed the scars on her skin. I still think you're beautiful and I don't ever want to lose my best friend. I screamed out "God you vulture, bring her back or take me with her" - Pierce The Veil





Meine Arme sind entstellt, ein Chaos aus klaffenden Wunden starrt mir entgegen. Die Klingen sind wieder überall - in meiner Tasche, meiner Geldbörse, meinem Handy, in einem Stofftier, im Bettbezug, im Bad - wirklich überall. Die Schnitte sind tief, aber noch immer nicht einmal annähernd tief genug, um den wirklichen Schmerz zu überdecken. Mein ganzer Körper bebt. Mein Mund ist ausgetrocknet. meine Hände zittern bei jedem Schnitt. Meine Augen irren orientierungslos durch den Raum.
Eure Stimmen dringen nur dumpf durch die dicke Hülle aus Pein zu mir, gleichen einem unruhigen Säuseln. Ich trommle permanent mit meinen Nägeln um das freigelegte Fleisch nicht noch weiter aufzureißen. Oft gleite ich aus der Realität, vergesse wo ich gerade bin. Man sieht meinen leeren Augen an wie viel Blut ich die letzten Tage verloren habe. Mir ist wieder andauernd kalt, meine Hände und Lippen sind ganz blau. Ich habe mir zig kleine Pflaster auf die Wunden geklebt. Sie sind gelb, mit kleinen Bären in Hosen.
Wann immer ich meine Ärmel hochziehe glotzen sie mich gehässig an. Ich bin mir nicht sicher ob ich sie mag. Aber so ruiniere ich mir wenigstens nicht noch mehr Kleidung. Meine Mutter hat wieder so viel geweint, ich wünschte, endlich weg von hier zu sein - nicht weil es mir hier nicht gut geht, nein, weil ich es nicht mehr ertrage alle zu enttäuschen. Ich träume noch immer davon jemanden zu finden, der mich einfach in den Arm nimmt, nur hält. Ich wünsche mir so sehr, die Wärme zu spüren, die seine Liebe ausstrahlen würde.
Aber um ehrlich zu sein - ich habe es aufgegeben zu hoffen.
Ich will nicht mehr darauf setzen liebevoll aus der Dunkelheit gehoben zu werden. Wenn ich irgendwann hier hinaus komme, dann alleine. Und so wird es dann auch bleiben - ich werde die Blase der Depression zerplatzen und mich zurück ziehen. In genügsamer Einsamkeit. Ich glaube nicht, dass die pulsierende Ansammlung an Muskeln in meiner Brust noch fähig ist zu verzeihen, geschweige denn vertrauen.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Überall Blut..


.. und niemand mit dem ich reden kann. Entweder es würde sie nicht interessieren oder ich würde sie enttäuschen, zu tiefst verletzen. Was bin ich nun? Eine Freundin, ein Kumpel? Ja, so ist es wohl. Die gute Freundin, diejenige, die den Menschen, die sie so sehr begehrt, dabei zusehen muss, wie sie sich verlieben, in Mädchen die genau mein Gegenteil sind und glücklich werden. Denn nur mit mir war noch nie jemand selig. Und ich? Ich habe die Aufgabe durchgehend Glück zu wünschen, zu trösten, zu lachen, mir die Geschichten anzuhören die sie von ihren unendlich bezaubernden Liebsten erzählen. Gott, ja sie sind wirklich wunderschön. Und ja, verdammt, sie passen wahnsinnig gut zusammen. Ja, ich weiß - ich weiß es! Ich weiß, dass ich es ihnen gönnen sollte. Ich will doch auch, ich will wirklich ein guter Mensch sein, das war ich doch den größten Teil meines Lebens. Doch jetzt, da meine Kraft sich dem Ende neigt, ziehen sich auch meine Mundwinkel mehr und mehr herab.
 So egoistisch es auch klingt, ich möchte diejenige sein, die ihn glücklich macht. Wenigstens eine Chance könnte er mir doch gönnen! Oder? Eine einzige Chance - eine. Ich würde ihn nicht enttäuschen.

Oh diese Ironie..


So now I cut these loveless wrists. My head sure hurts today, I'll take another twenty pills and try to make my troubles go away. - Bayside

Ich bin mir nicht sicher, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Es kommt mir vor, als würde ich in einer Realität gewordenen Sitcom leben. Ich spüre förmlich wie das künstliche Gelächter des Publikums in mir jedes mal, wenn ich stolpere, aufkommt. Aber auch nach all der Zeit tut es noch genauso, wenn nicht sogar viel mehr, weh am Boden aufzuschlagen.
Das hier ist nun seit so langer Zeit das erste Mal, dass ich mich wieder auf einen neuen Abschnitt einlassen wollte. Aber stattdessen endet es nur in Schnitten.
Die Hoffnung auf Liebe war das einzige, an dem ich mich festklammern konnte, anders hätte ich es wohl auch nicht zustande gebracht, in meine Vorlesungen zu gehen. Ich war so überzeugt davon, nach all den Jahren endlich den Ausweg gefunden zu haben, habe mich zum ersten mal seit einer Unendlichkeit so unbeschwert gefühlt. Es war als würde ich ihn schon immer kennen, das Vertrauen in mir war stärker als ich es mir je erträumt hätte. Alles passte plötzlich zusammen, der Teil, der bis nun immer in mir gefehlt hatte, wurde wieder eingesetzt und ich erstrahlte wieder in meiner schon für verloren geglaubten alten Form. Da war wieder das Glänzen in meinen müden Augen, an das ich mich nicht einmal mehr erinnern gekonnt hatte.
War er bei mir, war alles andere egal, nichts sonst existierte. Meine Zwänge ebbten ab, meine Trauer schwand, ich schöpfte langsam wieder Kraft, dachte, nichts könnte mir mehr etwas anhaben.
Und dann wurde ich um ein weiteres Mal ohne Vorwarnung hart auf den Boden der Realität zurück  geholt. Diesmal, so vermute ich, hat es nicht nur mein Herz zum aber-tausendsten Mal verfetzt, sondern auch mein restlicher Körper ist vollkommen entstellt. Meine Nase gebrochen, meine Beine auch und dazu jede einzelne Rippe. Jedenfalls fühlt es sich so an.

Wieder bin ich alleine. Allein mit meinem größten Feind und einzigen Freund, dem Schmerz.