Sonntag, 1. April 2012

Wer ich bin..

.. nicht mehr als ein 16 Jähriges Mädchen, eigentlich weniger - vielleicht aber auch mehr, ich kann es nicht sagen.
Ich bin anders, so nehme ich es jedenfalls wahr. Es ist wahrscheinlich der monströse, unaufhaltsame Strom aus Gedanken, der alles auslöst. Ein wieder und wiederkehrender Kreis aus flüchtigen Satzfetzen, in welche sich langsam Zweifel schleichen und so lange in meinem Kopf ihr Unwesen treiben, bis sich jedes alltägliche Wort in Hass, Trauer und vollkommene Verzweiflung verwandelt hat. Diese werden immer stärker, immer mächtiger, bis sie Besitz von mir genommen haben und mich mit ihren scharfen, eiskalten Krallen in einen Abgrund aus absoluter Machtlosigkeit stürzen. Die Dunkelheit um mich herum saugt mir die letzten kläglichen Reste an Zuversicht und Hoffnung aus und spuckt dann eine leere Hülle meiner Selbst wieder aus.
Von dem ersten zwielichtigen Hauch von Freude lasse ich mir die Hand reichen und klammere mich an ihn, bis meine Seele wieder ein wenig Kraft hat. Doch sobald ich wieder auf eigenen Beinen steh, sind die Gedanken da und mein nächster Untergang nicht weit.

Unter Umständen ist es eine ganz normale Phase, vielleicht machen alle Menschen in meinem Alter gerade genau dasselbe durch, doch das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Ich befinde mich in einer so unglaublichen Ohnmacht, jeder meiner Schritte wird von Zweifeln verfolgt und jede Tat ist mit Hass und Unzufriedenheit besetzt. Es ist nicht mehr möglich, nach so langer Zeit, jahrelangem Schmerz, noch normal zu leben.

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