Nun jagt es mich wieder wie ein wildes Tier, schnürt mir die Brust zu wie ein grausamer Albtraum. Ich habe noch einen gewissen Abstand doch ich weiß zu genau, dass dieser mich nicht für immer schützen kann, mit jedem Atemzug kleiner wird.
Schon lange lag ein Schatten über mir. Eine Wolke, die mir meine Sonne nahm, mich jedoch ansonsten nicht weiter beeinträchtigte. Ich lebte weiter, wenn ich auch recht hilflos im Dunkeln umhertappte.
Es war die vage Vermutung, dass dieses Mädchen, dem du, zum ersten Mal nach mir, etwas von dir geschenkt hast, mich um so viel überragen, wieder an den Punkt zurückdrängen würde, an dem ich alleine zwischen Nacht und Morgengrauen ohne Orientierung im Kreis laufen würde. Die Knie aufgeschlagen und die Augen verhangen. Blutleer. Ohne Leben.
Und nun ist es so weit, dass ich nicht mehr ignorieren kann. Es sind Fakten, pur und klar, dass dieses Mädchen ein Engel ist, so wunderschön und makellos, wie ich es niemals sein könnte.
Mir bereitet es Panik, meine Gedanken sind nicht mehr geordnet, zucken hektisch in meinem Kopf umher, treiben mich an den Rand des Wahnsinns.
Wie schon so oft ist es einfach, dass ich mich abfinden muss. Abfinden. Ruhig dasitzen und hinnehmen, nichts an mir in dieser Hinsicht ändern zu können - niemals. Nie. Nie. Nie!
Es schmerzt, es zerrt mich gleichzeitig in alle vorhandenen Richtungen, droht mich auseinander zu reißen. Und ich kann nichts dagegen tun - einfach gar nichts.


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