Donnerstag, 17. Mai 2012

Ich wandle einfach nur noch herum..

.. Von hier nach dort. Bleibe stehen, sehe mich um, gehe weiter, drehe wieder um. Gehe zurück, biege ab, drehe mich im Kreis. Ich habe schon vor so viel Zeit die Orientierung verloren, wie soll ich wieder zurück finden? Wie soll ich weiter gehen? Meine Schuhe sind schon vor unzähligen Schritten entzwei gegangen und nun sind meine Füße offen und bluten. Ich fühle mich so rastlos, so allein und leer.
Bitte nimm mich an der Hand, streich mir das zerzauste Haar hinters Ohr und führe mich weg. Du musst mich doch nicht einmal tragen, ich schaffe es noch irgendwie, selbst zu gehen. Doch bitte zeig mir die Richtung, beweise mir, dass ich nicht alleine bin.
Setz dich zwischen durch mit mir nieder, auf den staubigen grauen Boden, und sieh mit mir in den Himmel. Lass dir von mir all die Geschichten erzählen, die schon zu lange nicht mehr erzählt wurden. Die Geschichten, in denen wunderschöne Prinzessinnen die ganze Nacht durch tanzen, missverstandene Stiefschwestern nach Rache dursten und wackere, edle Prinzen sich mit Drachen messen.
Hör mir zu, zeig mir, dass es dich interessiert. Lass mich damit erkennen, dass ich nicht umsonst hier bin. Schenke mir mit einem Lächeln, einem freundlichen Blick ein Gefühl der Zugehörigkeit, lass damit wieder ein wenig Leben in meiner Brust sprießen.
Ich habe schon viel zu lange auf dich gewartet, ich flehe dich an, spann mich nicht mehr auf die Folter, lass mich nicht mehr hier verkommen.
Komm und führe mich aus diesem Labyrinth meiner selbst.

                      

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