Fantasie und Realität, niemals sollten sich die beiden begegnen. Tun sie es doch, würde es an ein Wunder grenzen, wenn es nicht in einem Desaster endet. Tränen fließen, man verflucht alles, das einem über den Weg läuft - von dem Angebeteten über sich selbst bis zum unschuldigen Briefträger. Ich glaube daran, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen den zwei Welten gibt, der einzige wäre vielleicht, dass in der Realität die Gravitation um einiges stärker ist und wir deshalb so schwer abheben können. Doch die Schwerkraft wird von uns selbst bestimmt. Davon, wie sehr wir uns von unseren Ängsten, Sorgen, Unsicherheiten und Vernunft an den Boden ketten lassen. Sie hängen an unseren Fußgelenken wie dicke Fesseln. Versuchen wir in den Himmel zu springen, werden wir ruckartigen von ihnen zurück gerissen und prallen hart auf dem Boden auf. Wen wundert es da noch, dass unsere Träume mehr und mehr verblassen, von Angst geschluckt werden. Denn so liegt es in unserer Natur - tun wir etwas, das uns Mal für Mal Schmerz bereitet, hören wir irgendwann damit auf. So funktioniert Dressur.Aber niemand sieht die andere Seite. Wir stecken viel zu steif in unseren antrainierten Korsetts um uns Gedanken darüber machen zu können, dass es andere Möglichkeiten gäbe.
Wenn wir statt all den harten Gewissensbissen und der Planung die obersten Bünde unserer Mieder lockern und versuchen spontan zu sein könnten wir erreichen, dass die Ketten langsam anfangen zu rosten. Wir könnten aufhören, die Kontrolle über alles haben zu müssen und damit eine weitere Fessel lockern.
Schritt für Schritt. Ich verlange von euch wie auch von mir nicht, dass wir morgen frei sind, nein. Ich weiß es ist ein langer Weg, ich will euch nur dazu motivieren, es zu wagen. Nicht für mich, für euch!
Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns schon bald auf halbem Weg zum Horizont.
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