Ich weiß, dass viele darunter leiden, mit einem Stempel auf der Stirn versehen geworden zu sein. Dass sie es hassen, einer Krankheit zugeordnet zu werden, dass man ihre Symptome auf die Waagschale legt und sie zu einem Syndrom zusammensteckt.Aber um ehrlich zu sein ist es genau das, was ich mir schon sehr lange sehnlich wünsche. Einfach einen Platz zu haben, an den ich gehöre. Mich einzuordnen. Die letzten langen Jahre habe ich immer irgendwo abseits oder dazwischen gestanden. Nervös umherblickend, von einem Bein auf das andere tretend, die Hände zu Fäusten geballt, Nägel bohren sich in meine Haut.
Die einzige Diagnose war eine kleine undefinierte Anpassungsstörung vor nun schon fast 5 Jahren. Ich denke, es würde mich einfach gerne an etwas klammern können, mich erklären, anstatt mit dutzend Seiten eng gedrängter Wortspiele mit einem kurzen, knappen bekannten Begriff.
Ich will, dass die Leute Achso! sagen, wenn ich ihnen so beibringe, weshalb ich so oft abwesend war, nicht an Aktivitäten teilnehmen kann.
Nun ja, aber trotz allem wäre es ein Geschenk für mich. Eine nagelneue, schicke Jacke mit meinen Initialen an der Brust. Ich lege sie mir um, und weiß mich endlich, womit ich mich selbst definieren kann.
Bipolar? Borderline? Was auch immer es ist, jedes Monster ist weniger ansgteinflößend, wenn es einen Namen hat.
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