Es tut mir weh, es nimmt mir den Atem. Ich will schreien, aber ich bringe nicht den leisesten Laut hervor. Ich will weg, weg von euch, euren viel zu kritischen, durchbohrenden Blicken, den Regeln, denen ich nie gewachsen war.Ich leide darunter wie unter einer grausamen Krankheit. Ich sehe all die makellosen Gesichter, die perfekten Körper und das Strahlen ihrer Selbstsicherheit. Wie Donner grollt der Schmerz an mich heran, die Zweifel fressen sich tiefer.
Sieh dich an, wie wunderschön du bist. Ich stehe in deinem Schatten und ich sage dir, es ist dort so kalt und einsam. Du hast so oft erzählt wie schwer du es hast aber hast du einmal an mich gedacht? Liebes, ich habe dich wirklich gemocht, wollte einfach für dich da sein, dass es dir besser geht. Wieso tut es mir so weh zu sehen, wie wunderschön du bist? Wieso zerschmettert es mein Herz in unzählige Splitter erkennen zu müssen, wer dich aller liebt, wie umrundet du von Massen an Menschen bist, die sich kümmern - wirklich kümmern?
Wohl weil ich einstweilen hier alleine sitze. Ich bin so einsam, fühle mich so verloren, ungewollt. Niemand dem ich mich anvertrauen kann. Sie sind alle bei dir, meine vor gar nicht all zu langer Zeit noch engsten Seelen. Keiner von euch denkt mehr an mich, wieso auch? Ich zeige mich nicht mehr, habe mich verkrochen so weit ich konnte, die Hände schützend vor meinem Kopf verschränkt.Meine Blüten sind vergangen und mit ihnen auch all das Leben in mir. Und ohne Schönheit, ohne Selbstvertrauen und Präsenz? Niemand interessiert sich mehr für eine hässliche, vergangene Seele. Niemand.
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